Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete Struktur für Patentförderung und Verwertung

30.03.2004


Vom Nanowerkzeug bis zum Schweißeranzug, von der Mikroskopie mit ultrakurzen Impulsen bis zum Haldenigel: Erfindungen aus der Universität Kassel sind nicht nur spannend- sie werden auch durch eine ausgezeichnete Struktur für Patentförderung und Verwertung unterstützt und können daher eine bundesweite herausragende Position besetzen.

... mehr zu:
»GINo »Patentförderung »Verwertung

Zu diesem Erfolg hat nicht nur das Patentinformationszentrum (PIZ) der Universität Kassel beigetragen, das seit 1989 in der Schulung, Beratung und Betreuung von Erfindern tätig ist. Die Universität hat zusammen mit B. Braun in 2001 die privatrechtliche Verwertungsgesellschaft GINo mbH gegründet und damit eine professionelle Struktur für die Sicherung und Verwertung von Schutzrechten der UNIK geschaffen. GINo ist zugleich eine der drei hessischen Verwertungsagenturen des Verbundprojekts "HIP-O" (Hessische Intellectual Property Offensive). Dieses Projekt setzt hessenweit die "Verwertungsoffensive" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) um, die mit dem Wegfall des Hochschullehrerprivilegs durch die Novellierung des Arbeitnehmererfindungsgesetz gestartet wurde. Danach können die Hochschulen auch die Erfindungen ihrer Wissenschaftler in Anspruch nehmen und selbst vermarkten. In diesem Rahmen ist GINo nicht nur für die Universität Kassel, sondern auch für die FH Fulda tätig und arbeitet mit den Verwertungsagenturen in Mittel- und Südhessen zusammen.

Verwertungserfolg in Kassel weit über dem Bundesdurchschnitt


Bezogen auf die Erfindungsmeldungen pro 1000 patentrelevanten Mitarbeitern liegt die Zahl der von GINo betreuten Meldungen mit 53,5 weit über dem Bundesdurchschnitt von 16,7. Als patentrelevante Mitarbeiter gelten an der Uni Kassel 567 Mitarbeiter/innen, an der FH Fulda rund 70 (Zeitraum: 2002/2003).

Von 2002 bis heute wurden 52 Erfindungsanmeldungen und 29 Patentanmeldungen aus der Universität Kassel durch GINo an- bzw. vorgenommen und insgesamt vier Lizenzverträge geschlossen. Wie unterschiedlich dies verlaufen kann zeigen folgende Beispiele:

  • Ein Schweißerschutzanzug, den Dorothee Ohrwein als Studentin des Produkt-Design entwickelte, wurde als Gebrauchsmuster vermarktet und wird mittlerweile per Lizenzvertrag von einem Hannoveranischen Großunternehmen verwertet.
  • Ein Proteinmarker, der von einer fünfköpfigen Erfindergruppe in der Arbeitsgruppe Genetik unter Leitung von Prof. Nellen, von Anja Stockmann und anderen entwickelt wurde, wird als Patent von einem Unternehmen in Göttingen vermarktet
  • Ein Nano-Sensor, entwickelt von Physikern des Instituts für Mikrostrukturtechnologie und Analytik (IMA) an der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Kassing, war für zwei beteiligte Doktoranden Anlass für die Gründung der Firma Nascatec GmbH in Kassel. Die für die Weltraumanwendung weiterentwickelte Sonde befindet sich nun in der Ariane-5-Rakete der European Space Agency (ESA).
  • Für eine Mikroprobesonde wird voraussichtlich ein Optionsvertrag mit einem sächsischen Unternehmen abgeschlossen; die Verhandlungen laufen noch.

Nanostrukturwissenschaften besonders erfolgreich

Etwa die Hälfte der Erfindungs- und Patentanmeldungen seit 2002 stammen aus der Kasseler Nanotechnologie. Sie hat sich damit zum Zugpferd entwickelt. Damit geht die Strategie der Universität Kassel auf, ihren Nano-Schwerpunkt auch zum Ausgangspunkt für einen wirtschaftlichen Impuls in der Region und darüber hinaus werden zu lassen.

Das 2002 gegründete Center for Interdisciplinary Nanostructure Science and Technology (CIN-SaT) als einer der zukunftsweisenden Schwerpunkte der Universität wurde durch die Bündelung von Ressourcen im CINSaT massiv gefördert. Mittlerweile arbeiten elf Professoren aus der Physik, Chemie, Biologie und Elektrotechnik/Informatik am CINSaT. Sie bearbeiten gegenwärtig Forschungsprojekte, für die sie mehr als 6,6 Millionen Euro eingeworben haben. Für den bundesweit einzigartigen Studiengang Nanostrukturwissenschaften, der zum Wintersemester 2003/2004 gestartet ist, haben sich 70 Studienanfänger eingeschrieben.

Im Rahmen der gemeinsamen Entwicklungsplanung der hessischen Hochschulen wurde das NanoNetzwerk Hessen aufgebaut, das von Kassel aus die nanowissenschaftlichen Aktivitäten in Forschung, Lehre und Entwicklung an allen hessischen Hochschulen koordiniert. Zudem soll im Verbund auch mit Einrichtungen der Wirtschaft die nanowissenschaftliche und –technologische Zukunftsperspektive weiterentwickelt werden. Dazu sei eine Netzwerkstruktur mit den hessi-schen Verwertungseinrichtungen die bessere Lösung gegenüber einem zentralen Innovations-zentrum in Hessen, wie UNIK-Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, der zugleich der Konferenz Hessischer Universitäten vorsitzt, betont.

Etliche aktuelle Patente werden auf der Hannover Messe ausgestellt

Während der vom 19. bis 24. April stattfindenden Hannover Messe wird unter anderem der so-genannte Haldenigel aus der Uni Kassel zu sehen sein. Prof. Dr. Helge Schmeisky, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften, entwickelte den Haldenigel, ein Gerät, das bei der oft sehr schwierigen Rekultivierung von Abraumhalden hilft. Etwa bei Kali- oder anderen Bergbau-Halden mit ihren auskristallisierten Oberflächen und schwierigsten Begrünungsvoraussetzungen kann der Haldenigel die Oberfläche auflockern und dabei eine Saatgut/Dünger-Kombination einbringen. Zudem lässt sich ein Pilz aufbringen, der zur Ansiedlung von Begrünung hilfreich ist. Der Haldenigel kann auch an Böschungen, im Autobahnbau und bei Skipisten eingesetzt werden.

In Hannover werden auch vier Nanowerkzeuge vorgestellt, die im Kasseler Institut für Mikro- und Nanosystemtechnik entwickelt wurden, darunter eine Nano-Nase, ein Kaloriemeter u.a. Dies sind aus Mikro- und / oder Nanostrukturen zusammengesetzte neuartige Sensoren, die Messungen physikalischer und chemischer Größen in Mikro- und Nanosystemen ermöglichen.

Infos: Gesellschaft für Innovation Nordhessen mbH Dr. Heike Krömker Tel. (0561) 804-1984, Fax -1986 E-mail kroemker@gino-innovativ.dekroemker@gino-innovativ.de

Annette Ulbricht | Universität Kassel
Weitere Informationen:
http://www.gino-innovativ.de
http://www.hipo-online.net

Weitere Berichte zu: GINo Patentförderung Verwertung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Reifungsmuster des Hippokampus steuert die menschliche Gedächtnisentwicklung
23.07.2018 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics