Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Expo-Nachnutzung: In den Deutschen Pavillon zieht das Learning Lab Lower Saxony (L3S) ein

06.02.2001


... mehr zu:
»L3S
Neues Lernen mit neuen Medien: Niedersachsen investiert
22 Millionen Mark in internationales e-learning-Netzwerk

Die Partner heißen Stanford University in den USA und KTH Stockholm, Uppsala University und Karolinska Institute in Schweden, die Ziele sind ehrgeizig: Zusammen mit der TU Braunschweig und der HBK (Hochschule für Bildende Künste) Braunschweig will die Universität Hannover in den nächsten Jahren einen virtuellen Campus schaffen, der e-learning für alle Fächer möglich machen hilft. Auf 1.800qm im ehemaligen deutschen Pavillon werden aber nicht nur Geräte aufgestellt und Computerarbeitsplätze geschaffen, sondern es werden vor allem in internationalen und interdisziplinären Netzwerken neue Lern- und Lehrformen entwickelt. Das Land Niedersachsen unterstützt das L3S in den ersten sechs Jahren mit 22 Millionen Mark, weitere werden, so Prof. Wolfgang Nejdl, Sprecher des Learning Lab Lower Saxony - kurz L3S genannt - zusätzlich von externen Investoren sowie nationalen und internationalen Forschungs-programmen kommen. Bundesweit ist Niedersachsen auf diesem Gebiet damit ganz vorn.

Prof. Dr. Dr. Peter Antes vom Seminar für Religionswissenschaft ist einer der ersten Nicht-Informatiker, der die neue Infrastruktur nutzt: Ein Teil seiner Studierenden sitzt in Hannover, der andere Teil an der Universität Chichester in Großbritannien. Gemeinsam mit Prof. Erricker von der Universität Chichester bestreitet er vor zwei großen Bildschirmen, die das Geschehen übertragen, ein englischsprachiges Seminar zum Thema "Theories and Methods in Teaching Religions at School". Auf dem einen Bildschirm spricht Prof. Antes aus Hannover zu den englischen Studierenden, der andere Bildschirm fungiert als "Tafel", auf der Probleme erläutert werden. Die Studierenden in Chichester können, mit einem Mikrophon ausgestattet, jederzeit Fragen nach Hannover stellen, gleiches gilt für die hannoverschen Studierenden. Obwohl die Teilnehmer an verschiedenen Lernorten sind, entsteht so ein gemeinsames Seminar. Denkbar ist es auch, dass die "Tafel" sowohl in Chichester als auch in Hannover beschrieben wird, das bedeutet, dass Lösungen in Echtzeit miteinander erarbeitet werden.

"Die Netzwerke bergen ein unglaubliches Potenzial und nur in Zusammenarbeit mit Experten, die auf diesen Gebieten zur Weltspitze gehören, können wir unsere Kompetenzen bündeln und dieses Potenzial nutzen", erklärt Nejdl. Deshalb ist L3S auch Mitglied im von der schwedischen Wallenberg-Stiftung ins Leben gerufenen Wallenberg Global Learning Network, in dem sich auch die weltweit renommierten Stanford University und drei schwedische Universitäten engagieren.

E-learning, d-space und e-media nennt Prof. Nejdl die drei Schwerpunkte des L3S im virtuellen Campus: E-learning heißt Entwickeln von und Lernen mit elektronischen Lerntechnologien in Aus- und Weiterbildung sowie Aufbau von Learning Partnerships mit industriellen Partnern. Dieses Lernen und Entwickeln findet im d-space statt, also an verteilten (distributed) Standorten, die sich an den verschiedensten Orten der Welt befinden können. Der Begriff e-media zeigt, wie die Vorteile dieses virtuellen Campus aussehen könnten: Statt eines Lehrbuchs für alle könnte es in Zukunft auf die individuellen Vorkenntnisse abgestimmte Vorlesungsskripte geben, entwickelt an den verschiedenen Standorten.

"Was wir hier machen, ist nicht nur für Informatiker, sondern wir entwickeln neue Lernformen und eine Infrastruktur, die von allen Fachbereichen genutzt werden kann und soll. Erste Seminare mit den Historikern und den Religionswissenschaftlern finden schon statt", erläutert Nejdl die Perspektive für dieses Projekt.

Auf etwa zwei Drittel der Fläche wird das L3S etwa fünfzig feste und variabel nutzbare Arbeitsplätze für Studierende und Wissenschaftler bieten, ein Drittel ist für Unterricht vorgesehen. Die vielen Projekte, die aus dem Netzwerk hervorgehen werden, werden diesen Platz zu nutzen wissen: "Die Zukunft bringt nicht eine globale Hochschule, sondern vernetzte Universitäten an verteilten Standorten", prophezeit Nejdl.


Hinweis an die Redaktion:
Für Rückfragen stehen Ihnen Herr Prof. Dr. Wolfgang Nejdl vom Institut für Rechnergestützte Wissensverarbeitung unter 0511/762-19710 gern zur Verfügung. Herr Prof. Dr. Dr. Peter Antes vom Seminar für Religionswissenschaft ist ebenfalls für Rückfragen unter 762-4027 zu erreichen.

Monika Brickwedde | idw

Weitere Berichte zu: L3S

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Lernen in virtuellen Räumen
11.06.2019 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht „digiMINT“: Digitalisierung in der Lehrerbildung
28.05.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die verborgene Struktur des Periodensystems

Die bekannte Darstellung der chemischen Elemente ist nur ein Beispiel, wie sich Objekte ordnen und klassifizieren lassen.

Das Periodensystem der Elemente, das die meisten Chemiebücher abbilden, ist ein Spezialfall. Denn bei dieser tabellarischen Übersicht der chemischen Elemente,...

Im Focus: The hidden structure of the periodic system

The well-known representation of chemical elements is just one example of how objects can be arranged and classified

The periodic table of elements that most chemistry books depict is only one special case. This tabular overview of the chemical elements, which goes back to...

Im Focus: MPSD-Team entdeckt lichtinduzierte Ferroelektrizität in Strontiumtitanat

Mit Licht lassen sich Materialeigenschaften nicht nur messen, sondern auch verändern. Besonders interessant sind dabei Fälle, in denen eine fundamentale Eigenschaft eines Materials verändert werden kann, wie z.B. die Fähigkeit, Strom zu leiten oder Informationen in einem magnetischen Zustand zu speichern. Ein Team um Andrea Cavalleri vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg, hat nun Lichtimpulse aus dem Terahertz-Frequenzspektrum benutzt, um ein nicht-ferroelektrisches Material in ein ferroelektrisches umzuwandeln.

Ferroelektrizität ist ein Zustand, in dem die Atome im Kristallgitter eine bestimmte Richtung "aufzeigen" und dadurch eine makroskopische elektrische...

Im Focus: MPSD team discovers light-induced ferroelectricity in strontium titanate

Light can be used not only to measure materials’ properties, but also to change them. Especially interesting are those cases in which the function of a material can be modified, such as its ability to conduct electricity or to store information in its magnetic state. A team led by Andrea Cavalleri from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg used terahertz frequency light pulses to transform a non-ferroelectric material into a ferroelectric one.

Ferroelectricity is a state in which the constituent lattice “looks” in one specific direction, forming a macroscopic electrical polarisation. The ability to...

Im Focus: Konzert der magnetischen Momente

Forscher aus Deutschland, den Niederlanden und Südkorea haben in einer internationalen Zusammenarbeit einen neuartigen Weg entdeckt, wie die Elektronenspins in einem Material miteinander agieren. In ihrer Publikation in der Fachzeitschrift Nature Materials berichten die Forscher über eine bisher unbekannte, chirale Kopplung, die über vergleichsweise lange Distanzen aktiv ist. Damit können sich die Spins in zwei unterschiedlichen magnetischen Lagen, die durch nicht-magnetische Materialien voneinander getrennt sind, gegenseitig beeinflussen, selbst wenn sie nicht unmittelbar benachbart sind.

Magnetische Festkörper sind die Grundlage der modernen Informationstechnologie. Beispielsweise sind diese Materialien allgegenwärtig in Speichermedien wie...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Teilautonome Roboter für die Dekontamination - den Stand der Forschung bei Live-Vorführungen am 25.6. erleben

18.06.2019 | Veranstaltungen

KI meets Training

18.06.2019 | Veranstaltungen

Automatisiertes Fahren

17.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ursache von "Erschöpfungszustand" von Immunzellen gefunden

18.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Studie am Dresdner Uniklinikum: Schädel-Hirn-Trauma – bleibt´s beim kurzen Schrecken?

18.06.2019 | Studien Analysen

Kältefalle für Zellen und Organismen - Forschung an verbessertem Mikroskopieverfahren

18.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics