Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Graffitifreie Baudenkmäler

01.09.2009
So manches denkmalgeschützte Bauwerk ist mit Graffiti überzogen. Die Farben abzubekommen ist - wenn überhaupt - oft nur mit ätzenden Lösungen möglich, die die Bausubstanz angreifen. Eine atmungsaktive Schutzschicht soll künftig vor den "Dekorationen" schützen.

Graffiti ist schnell gesprüht - es wieder abzubekommen ist dagegen mühsam. Besonders auf historischen Baudenkmälern: Sie bestehen meist aus porösen Materialien wie Naturstein oder Ziegeln. Die Farbe dringt tief in die Poren ein und ist dann selbst mit Hochdruckreinigern oder Lösungsmittelgemischen nicht mehr zu entfernen.

Oft hilft nur noch, einen Teil der äußeren Bausubstanz wegzuätzen - oder mit dem Graffiti zu leben. Seit einigen Jahren gibt es Polymerschichten, die die Bauwerke vor den Schmierereien schützen sollen: Der wasserabweisende Lack verschließt die Poren und lässt die Farbe schlechter auf dem Untergrund haften - das Graffiti lässt sich abwischen. Das Manko: Da der Lack die Poren im Mauerwerk verschließt, kann das Gebäude nicht mehr atmen, es drohen Schimmel oder Versalzung. Zudem muss sich die Schicht bei denkmalgeschützten Gebäude wieder entfernen lassen.

"Die Anforderungen an eine solche Polymerschicht sind widersprüchlich: Einerseits darf sie die Poren nicht versiegeln, damit die Luft zwischen Gebäude und Außenraum weiterhin ausgetauscht wird, andererseits soll die Graffitifarbe nicht in die Poren eindringen. Der Anstrich soll widerstandsfähig sein und Witterung wie mechanische Reinigung aushalten. Zudem muss sich der Lack bei Bedarf quasi auf Knopfdruck mit wenig Aufwand restlos vom Gebäude entfernen lassen, ohne Schaden für die Bausubstanz", sagt Prof. André Laschewsky, Forschungsbereichsleiter am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm.

Einen Polymerlack, der diese Anforderungen erfüllt, hat das Team um Laschewsky mit Partnern des Zentrums für Polymer- und Kohlenstoffmaterialien der polnischen Akademie der Wissenschaften in Gliwice und Zabrze in einem EU-Projekt entwickelt. "Unser neuartiger Polymerfilm verschließt die Poren, so dass Graffitifarbe nicht eindringt. Wasserdampf kann dennoch gut aus dem Gebäude entweichen: Die wasserabweisende Schicht, die das Polymer an der Oberfläche automatisch ausbildet, hat Minilücken und lässt Wasserdampf durch, während Regenwasser an ihr abprallt", sagt Laschewsky. Muss die Schicht vom Gebäude entfernt werden, behandelt man es mit einer schwach basischen Lake. Die Schicht ändert sich chemisch und lässt sich abwaschen. Erste Feldtests hat das Polymer bereits gut überstanden: Koordiniert von der Fundacion LABEIN und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BAM haben die Partner in einem EU-Projekt diverse Steine und Ziegel beschichtet und wiederholt mit Graffiti bemalt - die Farbe ließ sich jedes Mal komplett entfernen.

Prof. Dr. Andre Laschewsky | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2009/09/GraffitifreieBaudenkmaeler.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Architektur Bauwesen:

nachricht Neueinschätzung der Erdbebengefährdung Deutschlands
13.06.2018 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht Im Herzen der Stadt
06.06.2018 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Architektur Bauwesen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics