Ein neuer Schritt zur Domestizierung des Roten Thunfisches

Die Beschaffung lebensfähiger Eier von gefangenen Roten Thunfischen ist die erste Etappe zur Domestizierung dieser Fischart sowie zur Entwicklung einer nachhaltigen Aquakulturindustrie, die unabhängig von den wilden Populationen wäre.

Der Rote Thun (Thunnus thynnus) ist weltweit eine der begehrtesten Fischarten. Dem Europäischen wissenschaftlichen Gremium CICTA zufolge liegen die Fangmengen für Roten Thunfisch bei 50.000 bis 60.000 Tonnen pro Jahr für den Ostatlantik und den Mittelmeerraum. Dies bedeutet 2- bis 3-mal das Fortpflanzungspotenzial des aktuellen Fischbestands. Die Projekte SELFDOTT und ALLOTUNA wurden von der Europäischen Union finanziert, um den Schutz der Spezies zu vereinfachen.

Um eine Aquakultur des Roten Thunfischs aufbauen zu können, ist Folgendes nötig:
· die Kontrolle des Ablaichens von Rotem Thunfisch in Gefangenschaft
· die Aufzucht von Larven und die Erzeugung von Jungfischen
· die Erstellung einer geeigneten umweltfreundlichen Ernährung
Ende Juni 2009 ist es den Wissenschaftlern erfolgreich gelungen, an zwei Standorten im Mittelmeer (Spanien und Italien) Ablaichplätze für gefangenen Roten Thunfisch zu schaffen. Zu diesem Zweck nutzten die Forscher die gleiche Bewirtschaftung des Laichbestandes sowie die gleichen Induktionsmethoden zum Ablaichen. Dafür mussten folgende Parameter überprüft werden: die Ernährung der Zuchtfische, die Überwachung der Wassertemperatur sowie des Wetters und die Anwendung eines Implantats, das bereits im Rahmen eines anderen Forschungsprojekts (REPRODOTT) bei Rotem Thunfisch verwendet wurde. Das Implantat wirkt, indem es ein reproduktives Hormon, das Gonadotropin (GnRHa), freigibt. Beim Menschen wird GnRHa häufig bei der unterstützten Fortpflanzung verwendet. Dank dieser Technik erhielten die Forscher an dem einen Standort 140 Millionen Eier innerhalb von 19 Tagen und an dem anderen 40 Millionen Eier in zwei Wochen.

Die so erzeugten Eier wurden anschließend an die anderen an den Programmen SELFDOTT und ALLOTUNA beteiligten Laboratorien geschickt, damit die Erforschung der Larvenzucht von dieser einzigartigen Thunfischart schnellstmöglich beginnen kann.

Kontakt: Johanna Martin – Tel: +33 146 482 240 – E-Mail: presse@ifremer.fr

Quelle: Pressemitteilung des Französischen Forschungsinstituts zur Nutzung der Meere – 30.07.2009

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

Reproduktions- und Verbreitungsrechte
http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/index.htm

(Wir berufen uns auf das französiche Recht für intellektuelles Eigentum, Gesetz Nr. 98-536)

Media Contact

Marie de Chalup idw

Weitere Informationen:

http://www.wissenschaft-frankreich.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie

Der innovations-report bietet im Bereich der "Life Sciences" Berichte und Artikel über Anwendungen und wissenschaftliche Erkenntnisse der modernen Biologie, der Chemie und der Humanmedizin.

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Bakteriologie, Biochemie, Bionik, Bioinformatik, Biophysik, Biotechnologie, Genetik, Geobotanik, Humanbiologie, Meeresbiologie, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Zoologie, Bioanorganische Chemie, Mikrochemie und Umweltchemie.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neuer Wirkstoff aus Bakterien könnte Pflanzen schützen

Bakterien der Gattung Pseudomonas produzieren einen stark antimikrobiellen Naturstoff. Das haben Forschende des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) entdeckt. Sie wiesen nach, dass die Substanz sowohl gegen pflanzliche Pilzkrankheiten…

Entwicklung eines nachhaltigen Stromnetzes

Forschungsteam der TU Chemnitz arbeitet an einer nachhaltigen und smarten elektrischen Infrastruktur auf der Basis von Wasserstofftechnologien. Die Sächsische Aufbaubank (SAB) fördert das Projekt „HZwo: StabiGrid“ an der Technischen Universität…

Biokraftstoffe mit Strom boostern

Neues Verbundprojekt macht Herstellung von Biokraftstoffen effizienter. In einem zu Jahresbeginn gestarteten Projekt unter Koordination der Technischen Universität München (TUM) will ein Bündnis aus Forschungsinstitutionen und Unternehmen den ökologischen Fußabdruck…

Partner & Förderer