Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Papierberg ade - Anträge auf Pflanzenschutzgeräteprüfung jetzt elektronisch

20.02.2006
Spritzgeräte, etwa für Unkrautvernichtungsmittel, dürfen in Deutschland nur verkauft und gehandelt werden, nachdem sie von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig (BBA) geprüft worden sind. Bisher füllten die Hersteller oder Vertreiber dazu ein gut 20-seitiges Papier-Formular aus.

Seit Mitte Februar 2006 werden diese Anträge nun elektronisch bearbeitet. Sowohl die Anträge für das Erklärungsverfahren, als auch für die freiwillige Prüfung im Anerkennungsverfahren und auf Verlustminderung erfolgen jetzt über entsprechende Online-Formulare auf der Internetseite https://geraete.bba.de/. Dort können Antragsteller auch ihre Zugangsdaten anfordern und sich registrieren lassen.

Die elektronische Aktenbearbeitung hat Vorteile. "Insgesamt wird das Verfahren für den Antragsteller transparenter und die Bearbeitungszeiten werden kürzer", erklärt Dirk Rautmann. Der Wissenschaftler von der Fachgruppe Anwendungstechnik koordiniert das Bund-Onlineprojekt an der Biologischen Bundesanstalt. Ziel des Pilotprojektes ist es, Reibungsverluste zu vermeiden und den Papierberg zu verringern.

So entfällt beispielsweise für die Antragsteller das Hin- und Herblättern auf der Suche nach Codeschlüsseln im Anhang, denn in den betreffenden Feldern des Formulars sind die Auswahlmöglichkeiten gleich vorgegeben. Fehleingaben werden vom System erkannt und lassen sich dadurch rasch korrigieren. Die Prüfer können ihrerseits rasch nötige Zusatzinformationen per Mail anfordern und sind jederzeit über den Stand des Verfahrens informiert.

Momentan sind 26 Anträge auf Prüfung im Anerkennungsverfahren, 7 Anträge im Erklärungsverfahren und 7 Anträge auf Prüfung verlustmindernder Eigenschaften im System. An drei Antragsteller sind bereits Zugangsdaten für die Online-Formulare vergeben worden. Sie füllen derzeit als erste Externe das Online-Formular aus.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Dirk Rautmann
Fachgruppe Anwendungstechnik der BBA
Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig
Tel.: 0531 / 299 3652
E-Mail: d.rautmann@bba.de
Zu den Prüfverfahren, die nun elektronisch abgewickelt werden:
1) Erklärungsverfahren für Pflanzenschutzgeräte: Die Biologische Bundesanstalt (BBA) führt und veröffentlicht die so genannte Pflanzenschutzgeräteliste, in der nur die Geräte aufgenommen werden, die die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen. So dürfen bei ihrem Einsatz die Gesundheit von Mensch und Tier nicht gefährdet werden. Schädliche Auswirkungen auf Grundwasser und den Naturhaushalt müssen vermieden werden. Nur gelistete Geräte sind in Deutschland verkehrsfähig. Ergeben sich aus der Prüfung der Unterlagen Zweifel an der Einhaltung der Vorgaben, kann die BBA Geräte zur Prüfung anfordern und gegebenenfalls die Eintragung in die Pflanzenschutzgeräteliste löschen.

2) Die freiwillige Prüfung wird in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdienststellen der Länder nach strengeren Richtlinien durchgeführt. Die BBA-Fachgruppe Anwendungstechnik führt die rein technischen Prüfungen auf Prüfständen durch. Die Pflanzenschutzdienste prüfen im praktischen Einsatz. Bei erfolgreichem Abschluss wird ein Geräteprüfbericht veröffentlicht und das Gerät für die Dauer von fünf Jahren anerkannt und mit einem Anerkennungszeichen der Biologischen Bundesanstalt versehen. Neben kompletten Pflanzenschutzgeräten werden auch einzelne Geräteteile z.B. Düsen geprüft.

3) Prüfung auf Verlustminderung: Das Verzeichnis Verlustmindernde Geräte wird seit 1993 von der BBA geführt. Bis 1999 konnten nur Geräte eingetragen werden, die eine Abdriftreduzierung um mindestens 90 % gegenüber den Eckwerten aufwiesen. Im Wein- und Obstbau sind dies die bekannten Tunnelgeräte. 2000 wurden die Abdriftklassen 50 % und 75 % eingeführt. Somit sind auch Eintragungen für Geräte im Ackerbau möglich geworden. Schon mit einfachen Maßnahmen an bereits vorhandenen Geräten sind Abdriftminderungen über 50% möglich, in vielen Fällen lassen sich auch 75% oder 90% Abdriftminderung erreichen. Inzwischen sind über 250 Geräte in das Verzeichnis aufgenommen worden.

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://geraete.bba.de
http://www.bba.de

Weitere Berichte zu: Antragsteller BBA Pflanzenschutzgeräteprüfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Mikroben stärken pflanzeneigene Abwehrkräfte gegen Extremwetter
30.01.2019 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Trickreiche Methode im Nachbarschaftsstreit: Tabakpflanzen schicken hungrige Raupen zur Konkurrenz
25.01.2019 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Im Focus: Laserverfahren für funktionsintegrierte Composites

Composites vereinen gewinnbringend die Vorteile artungleicher Materialien – und schöpfen damit zum Beispiel Potentiale im Leichtbau aus. Auf der JEC World 2019 im März in Paris präsentieren die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein breites Spektrum an laserbasierten Technologien für die effiziente Herstellung und Bearbeitung von Verbundmaterialien. Einblicke zu Füge- und Trennverfahren sowie zur Oberflächenstrukturierung erhalten Besucher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL, Halle 5A/D17.

Experten des Fraunhofer ILT erforschen und entwickeln Laserprozesse für das wirtschaftliche Fügen, Schneiden, Abtragen oder Bohren von Verbundmaterialien –...

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Im Focus: Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen

Und können dadurch mit ihrer neu entwickelten Mikroskopiemethode Orbitale einzelner Moleküle in verschiedenen Ladungszuständen abbilden. Die internationale Forschergruppe der Universität Regensburg berichtet über ihre Ergebnisse unter dem Titel “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunnelling microscopy on insulators” in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift ,,Nature‘‘.

Sie sind die Grundbausteine der uns umgebenden Materie - Atome und Moleküle. Die Eigenschaften der Materie sind oftmals jedoch nicht durch diese Bausteine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt

18.02.2019 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

19.02.2019 | Messenachrichten

Künstliche Intelligenz im E-Learning, Corporate Learning und Kundendialog

19.02.2019 | Seminare Workshops

Infrarotstrahlung und Luftmanagement intelligent kombiniert reduziert den Energieaufwand

19.02.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics