Die Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes im Juni 2007

Arbeitslosenzahl im Juni: -125.000 auf 3.687.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -712.000
Arbeitslosenquote im Juni: -0,3 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent
Die Zahl der Arbeitslosen hat von Mai auf Juni im Zuge der Frühjahrsbelebung um 125.000 auf 3.687.000 abgenommen (West: 76.000 auf 2.427.000; Ost: -49.000 auf 1.260.000). Der Rückgang war stärker als im Durchschnitt der letzten drei Jahre ( 101.000).

Saisonbereinigt errechnet sich ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 37.000. Nachdem die Abnahmen in letzten beiden Monaten wegen der geringeren Winterarbeitslosigkeit etwas schwächer ausgefallen waren, hat sich der Abbau im Juni wieder verstärkt. Gegenüber Vorjahr gab es 712.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung liegt vor allem am konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Daneben spielen aber auch die Entlastung durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot sowie die Professionalisierung der Arbeit der Job-Center eine Rolle.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai saisonbereinigt um 8.000 gestiegen. Nach hochgerechneten Daten der BA, die bis April reichen, hat auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt um 32.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit von April auf Mai um 181.000 auf 39,46 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr nahm sie um 458.000 zu. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im April nach der Hochrechnung der BA bei 26,71 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um 599.000. Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Anstiegs auf Vollzeitstellen.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Mai auf 2,69 Millionen, die saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,4 Prozent.

Das Stellenangebot lag im Juni weiter deutlich über dem Vorjahreswert, saisonbereinigt ist es gegenüber Mai um 11.000 gestiegen. Nicht saisonbereinigt gab es im Juni insgesamt 648.000 Stellen, von denen 89 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr hat ihre Zahl um 67.000 zugenommen. Von allen gemeldeten Stellen waren 64 Prozent oder 412.000 ungeförderte Stellen für „normale“ sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, das waren 86.000 mehr als vor einem Jahr.

Neben den gemeldeten offenen Stellen kennt die Bundesagentur noch zusätzliche Stellen, unter anderem gemeldet aus der privaten Arbeitsvermittlung sowie aus ihrer Job-Börse und dem Job-Roboter.

Zusammen waren das im Juni 968.000 Stellen, 194.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Untersuchungen des IAB kennen die Agenturen für Arbeit damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und können darauf Bewerber vermitteln – teilweise aber erst nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber.

Nach den Daten der BA gab es im laufenden Berufsberatungsjahr bisher weniger gemeldete Bewerber und mehr gemeldete Ausbildungsplätze: Von Oktober 2006 bis Juni 2007 haben sich 647.900 Jugendliche als Bewerber für Ausbildungsstellen registrieren lassen, 18.200 weniger als vor einem Jahr. Erstmals seit 2002 nahm die Bewerberzahl auch in Westdeutschland ab, während sich dieser Trend in Ostdeutschland schon seit 1999 zeigt.

Zugleich sind den Agenturen für Arbeit 401.400 Ausbildungsplätze gemeldet worden, 18.800 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beruht größtenteils auf mehr außerbetrieblichen Stellen (+12.700 auf 24.700). Erstmals in diesem Berufsberatungsjahr liegen aber nun auch die betrieblichen Angebote über dem Vorjahreswert (+6.100 auf 376.700). Die Zunahme der Zahl der Ausbildungsplätze für außerbetriebliche Ausbildungen geht auf die Zusage der BA zurück, im Rahmen des Ausbildungspaktes zusätzliche Lehrstellen für Jugendliche mit Migrationshintergrund einzurichten. Die gestiegene Zahl gemeldeter Stellen korrespondiert mit den Angaben des DIHK und HWK über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Bis Ende Mai wurden 172.400 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 16.900 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ausführliche Informationen finden Sie im Internet unter:
http://statistik.arbeitsagentur.de
Informationen zum Hörfunkservice der Bundesagentur für Arbeit finden Sie im Internet unter www.ba-audio.de.

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