Gesundheitsschutz Selbstständiger verbessern

Mehr als jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland ist selbstständig, mit steigender Tendenz. Rund 90 Prozent der rund 4,3 Millionen Selbstständigen in Deutschland arbeiten allein oder leiten Kleinbetriebe mit bis zu 10 Beschäftigten.

Doch während sie als Unternehmer für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten bei der Arbeit verantwortlich sind, wird ihr eigener Präventionsbedarf nicht vom Arbeitsschutzsystem berücksichtigt.

Die Europäische Union verabschiedete deshalb eine Empfehlung an alle Mitgliedsstaaten, zielgruppenspezifische Angebote und Maßnahmen zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund führte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) das Projekt „selbstständig & gesund“ durch.

Die Ergebnisse sind jetzt als Forschungsbericht Fb 1092 „selbstständig & gesund – Prävention und Gesundheitsförderung bei selbstständiger Erwerbsarbeit“ erschienen. Auf der Basis einer Bilanzierung des Forschungsstandes zeichnet der Bericht ein umfassendes Bild über die selbstständige Erwerbstätigkeit in Deutschland und bezieht dabei insbesondere die gesundheitsrelevanten Aspekte der Arbeits- und Erwerbsbedingungen ein.

Bei den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurde die BAuA durch ein Verbundvorhaben unter der Leitung der Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) unterstützt. Neben der sfs gehörten dem Verbund die ver.di-Selbstständigenberatung mediafon und das Institut für den Mittelstand in Lippe (IML) der Fachhochschule des Mittelstandes an. Dabei durchlief das Projekt drei zentrale Entwicklungsschritte. Auf der Basis einer Bestandsaufnahme wurden Empfehlungen entwickelt, aus denen ein Vorschlag für ein nationales Handlungskonzept „selbstständig und gesund“ abgeleitet werden konnte.

Dabei wird deutlich, dass es sich bei Selbstständigen um keine einheitliche Gruppe handelt. Erwerbsmuster, Betriebs- und Unternehmensformen weichen stark voneinander ab. Dementsprechend bestehen sehr unterschiedliche Anforderungen bezüglich der Prävention. Die Pilot- und Konzeptstudien des Projektes griffen deshalb unterschiedliche Ansätze auf. mediafon verfolgte den Ansatz, die Selbstständigenberatung durch Verbände oder Kammern zu erweitern. Das Projekt der sfs zielte darauf ab, die persönliche Prävention von Unternehmensleitungen in das kleinbetriebliche Gesundheitsmanagement zu integrieren, während das IML sich der gesundheitlichen Prävention von Existenzgründern widmete, die aus der Arbeitslosigkeit eine selbstständige Existenz aufbauen.

Auf der Grundlage der Erkenntnisse und Erfahrungen ließen sich Empfehlungen für ein nationales Handlungskonzept „selbstständig & gesund“ erarbeiten. Unter der Leitidee „Gesundheit als Voraussetzung und Ergebnis von Selbstständigkeit“ setzen sie Schwerpunkte im Bereich persönliche Prävention, Ausbau bestehender Systeme der Ansprache von Selbstständigen und Existenzgründer-Unterstützung. Auch die unterschiedliche Herangehensweise von Männern und Frauen bezüglich der Erwerbsorientierung und der Gesundheitsvorsorge muss berücksichtigt werden. Weitere Informationen befinden sich auf der Homepage des Projektes http://www.selbststaendig-und-gesund.de.

Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Forschungsbericht Fb 1092 „selbstständig & gesund – Prävention und Gesundheitsförderung bei selbstständiger Erwerbsarbeit“; U. Pröll, , U. Ammon, M. Ertel, G. Haake, O. Kruse; 126 S.; ISBN 3-86509-683-8, EUR 14,50. Zu beziehen beim Wirtschaftsverlag NW, Postfach 10 11 10, 27511 Bremerhaven, Tel.: 0471/945 44 61, Fax 0471/945 44 88.

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Jörg Feldmann idw

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