Virtuelle Ampel optimiert Verkehrsfluss

Computerwissenschaftler der Carnegie Mellon University arbeiten derzeit an einem Verkehrs-Effizienz-System, das konventionelle Ampeln durch virtuelle, im Auto eingebaute, ersetzen soll.

Das Programm heißt „Virtual Traffic Lights“ und soll den Verkehrsfluss optimieren und somit Staus reduzieren. Nicht zuletzt soll auch die Lebensqualität der Stadtbewohner dadurch deutlich verbessert werden. Die virtuelle Ampel übermittelt Daten über den Standort und die Geschwindigkeit von Fahrzeug zu Fahrzeug in der Umgebung, sobald eine Kreuzung angefahren wird. Das rote oder grüne Licht erscheint infolgedessen auf der Windschutzscheibe.

Optimierung keine Präsentationsfrage

Dadurch, dass mit Hilfe des Systems auch die kleinste Kreuzung koordiniert würde, sollte auch die Straßensicherheit den Wissenschaftlern zufolge deutlich zunehmen. Der Mechanismus wurde bereits in der portugiesischen Stadt Porto getestet, wo 16 Prozent der Kreuzungen mit Ampeln ausgestattet sind. Der Verkehrsfluss konnte dadurch um 60 Prozent während der Stoßzeit begünstigt werden.

„Die Verbesserung des Verkehrflusses sollte nicht an der Darstellungsvariante gekoppelt sein. Demnach hängt die Optimierung nicht davon ab, ob die Daten über einen Signalgeber an der Straße oder einer Hardware im Fahrzeug angezeigt wird“, erklärt Jürgen Berlitz, Fachreferent für Straßenverkehrsplanung beim ADAC http://adac.de , gegenüber pressetext.

Genauigkeit und Kosten problematisch

Laut dem Experten muss an diesem System noch vieles verbessert werden, da es in der Praxis noch einige Fragen aufwirft. „Rotlichtverstöße sind überaus relevant und ein Signalträger muss robust und zuverlässig sein. Zudem müssen Regelungen wie beispielsweise Schaltintervalle berücksichtigt werden“, führt er aus. Die Genauigkeit der Standort-Lokalisierung für jedes einzelne Fahrzeug müsse zudem exakt bestimmt werden, um Unfälle zu vermeiden.

Auch der finanzielle Aufwand und die Adaption solch einer Technologie könne eine Problematik darstellen. „Es können zwar die Signalsteuergeräte an den Kreuzungen erspart werden – die fahrzeugseitige Infrastruktur erhöht aber wiederum die Kosten, wobei jeder Fahrer zusätzlich zwangsverpflichtet werden muss“, so Berlitz. Physische Ampeln unterliegen vor ihrem Praxis-Einsatz vielerlei sorgfältigen Tests, in denen alle möglichen Schaltkombinationen erprobt werden müssen und gelten als überaus genau und sicher.

Media Contact

Andreea Iosa pressetext.redaktion

Weitere Informationen:

http://www.cmu.edu

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik

Von allen Aktivitäten zur physischen Raum- und Zeitüberbrückung von Gütern und Personen, einschließlich deren Umgruppierung – beginnend beim Lieferanten, durch die betrieblichen Wertschöpfungsstufen, bis zur Auslieferung der Produkte beim Kunden, inklusive der Abfallentsorgung und des Recyclings.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Verkehrstelematik, Maut, Verkehrsmanagementsysteme, Routenplanung, Transrapid, Verkehrsinfrastruktur, Flugsicherheit, Transporttechnik, Transportlogistik, Produktionslogistik und Mobilität.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Eiskernprojekt beendet zweite Antarktis-Saison erfolgreich

Bohrprojekt Beyond EPICA erreicht eine Tiefe von 808 Metern im antarktischen Eisschild. Die zweite Antarktis-Saison des Eiskern-Bohrprojekts Beyond EPICA – Oldest Ice wurde erfolgreich abgeschlossen. Das internationale Forschungsprojekt wird von…

Mobilfunksystem für die zuverlässige Fernsteuerung von Drohnen

Unterbrechungsfreie Datenübertragung für unbemannte Flugkörper. Drohnen sind immer häufiger auch außerhalb der Sichtweite der steuernden Person unterwegs. Jedoch eignen sich konventionelle Fernsteuerungen aufgrund ihrer Reichweitenbegrenzung nicht für solche Flüge. Einfache…

Energetischer Quartiersumbau für bezahlbares Wohnen

Im Großprojekt »smood® – smart neighborhood« arbeiteten in den vergangenen Jahren unter wissenschaftlicher Beteiligung von Fraunhofer 16 Unternehmen, vier Forschungseinrichtungen und ein Verein an der Zukunft der energetischen Sanierung: Vom…

Partner & Förderer