Container-Sicherheit: Forschung gegen Stillstand im Warenverkehr

Es droht Stillstand im internationalen Warenverkehr, doch die Forschung kann helfen, ihn zu verhindern: Die strikten Vorschriften zum Durchleuchten aller in die USA abgehenden Container in den Entsendehäfen ab dem Jahr 2012, die der US-Kongress als Folge der Anschläge vom 11. September 2001 erlassen hat, sind zwischen der EU und den USA, aber auch innerhalb der USA umstritten.

Es sind noch keine geeigneten Technologien hierfür verfügbar und daher drohe eine erhebliche Beeinträchtigung des Warenaustausches. Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung erkennt in der jetzigen Situation großes Potenzial für innovative Sicherheitsforschung aus Deutschland: „Es bietet sich für deutsche Wissenschaftler die Chance, auf Basis gemeinsamer Forschung innovative Alternativen vorzubereiten und eine Brücke zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu schlagen.

Der Containerverkehr muss sicher sein, er muss aber gleichzeitig reibungslos vonstatten gehen. Unsere Sicherheitsforscher arbeiten an einer Lösung, um diese beiden Maximen miteinander zu vereinbaren.“ Aktueller Anlass war die „Container Security Conference“ in Bremen. Auf der Konferenz diskutieren auf Einladung des EU-Industriekommissars Günter Verheugen europäische und amerikanische Experten über die Perspektiven der Sicherheit in der Seefracht. Bremen ist der größte europäische Hafen für den transatlantischen Warenverkehr und wäre von den Auswirkungen der Sicherheitsauflagen besonders betroffen.

Reibungslose Warenketten sind Lebensadern von Wirtschaft und Gesellschaft. Das gilt im Besonderen für Deutschland als Exportnation. Lebensmittel, Medikamente, Originalteile, hochwertige Industriegüter, Gefahrgüter – all dies muss täglich rasch, wirtschaftlich und zuverlässig transportiert werden.

„Erfolgreiche Forschung für die Sicherheit der weltweit vernetzten Warenketten erfordert internationale Kooperation. Daher müssen wir bereits in der Forschung auf internationale Standards und Interoperabilität hinarbeiten. Deutschland und die EU ziehen an einem Strang: Wir investieren abgestimmt in Forschung und Entwicklung, unterstützen die Standardisierung und bauen die Zusammenarbeit mit den USA in dieser für das transatlantische Verhältnis wichtigen Frage aus“, sagte Meyer-Krahmer.

Auf Basis des im März dieses Jahres in Berlin unterzeichneten Kooperationsabkommens zur zivilen Sicherheitsforschung zwischen Deutschland und den USA wurde jetzt ein Arbeitsplan verabredet. Dieser umfasst auch eine gemeinsame Forschungsinitiative zur Sicherheit der Warenketten. Die nationale Basis hierfür hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung durch eine entsprechende Förderbekanntmachung geschaffen, die Forschung, Wirtschaft und Anwender aufforderte, die besten Lösungen zur Sicherheit der Warenketten einzureichen. Das Auswahlverfahren ist jetzt in der ersten Runde abgeschlossen. Die acht besten Vorschläge, darunter auch ein Vorschlag aus Bremen, stehen fest. Die Antragsteller wurden gebeten, Ihre Ideen auszuarbeiten.

Im Europäischen Sicherheitsforschungsprogramm ist derzeit ebenfalls das Forschungsthema „Monitoring and tracking of shipping containers“ zur Einreichung von Forschungsvorschlägen ausgeschrieben (Frist ist der 26 November 2009).

Staatssekretär Meyer-Krahmer: „Es kommt jetzt darauf an, die verschiedenen Forschungs- und Entwicklungsinitiativen in Europa zu einer Strategie zusammenzuführen, die die Sicherheit der Warenketten signifikant verbessert und gleichzeitig zu Standards führt, die die Position Europas in internationalen Verhandlungen stärkt.“

Weitere Informationen zur Sicherheitsforschung unter www.sicherheitsforschungsprogramm.de

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