Bahn wird Infrastruktur-Mittel komplett verbauen

Zu Meldungen, die Bahn könne die vom Bund für die Infrastruktur zur Verfügung gestellten Mittel nicht verbauen, erklärt Bahn-Chef Mehdorn: „Man merkt, dass Saure-Gurken-Zeit ist. Dass wir einen Teil der UMTS-Milliarden ins nächste Jahr übertragen und vorübergehend in Neubauprojekte stecken dürfen, ist Bestandteil der Vereinbarung mit dem Bund und längst veröffentlicht.“ Und wer jetzt generell herummäkle, dass die Bahn erst planen müsse, bevor sie baue, unterschlage böswillig die Fakten.

Dazu stellt die Deutsche Bahn fest: Es gab erst im März Planungssicherheit für das Jahr 2001. Erst zu diesem Zeitpunkt war die trilaterale Vereinbarung mit der Bundesregierung unter Dach und Fach. Von diesem Zeitpunkt an konnte die Bahn deshalb auch erst mit der Planung der entsprechenden Maßnahmen beginnen. Wegen erheblicher Planungsvorläufe beim Bauen unter rollendem Rad war das Jahr 2001 für die Bahn zu diesem Zeitpunkt planerisch schon zu einem Großteil gelaufen. Das ist auch allen Beteiligten bekannt gewesen.

Die Vereinbarung mit der Bundesregierung sieht gerade deshalb neben der Übertragbarkeit vor, dass die bis 2003 zugesagten zusätzlichen UMTS-Mittel erst bis Ende 2004 komplett abgeflossen, also im Bestandsnetz verbaut sein müssen. Darüber hinaus hat die Bahn zugesagt, dass für alle Mittel, die der Bund 2001 für die Schieneninfrastruktur bereitstellt, bis zum Jahresende Auftragsbindungen eingegangen werden, so dass der Abfluss der Mittel sichergestellt ist und die Bauwirtschaft verbindlich planen kann. Die Behauptung, dass die Bahn in diesem Jahr nach gegenwärtigem Stand rund zwei Milliarden nicht verbauen kann ist falsch, da auch dringend be-nötigte Neubaustrecken Baumaßnahmen sind.

Da die der Bahn mit der Bahnreform 1994 zugesagten Infrastrukturmittel nie in der Höhe geflossen sind und nach Planungen bis in die jüngste Vergangenheit sogar noch erheblich weiter absinken sollten, hat die DB Netz AG in der Vergangenheit ihre Planungskapazitäten angepasst.

Nachdem diese Bundesregierung die Weichen zugunsten der Schiene mit einer Verstetigung der Mittel auf höherem Niveau neu gestellt hat, ist die DB Netz AG derzeit dabei, diese Kapazitäten durch Neueinstellungen wieder deutlich zu verstärken. In den nächsten Jahren plant die DB Netz AG, insgesamt 1000 Ingenieure und Planer neu einzustellen. Das ermöglicht, einen Planungsvorrat aufzubauen.

Eine Vorratsplanung nach dem Prinzip Hoffnung hat die Deutsche Bahn nicht gemacht, weil die Planungskosten bis zu 20 Prozent der Projektkosten ausmachen, die verloren sind, wenn die Projekte dann nicht finanziert werden, weil absehbar dafür kein öffentliches Geld eingeplant war. Das hat sich jetzt geändert. Die Bahn wird den Planungsrückstau aufarbeiten und einen Vorrat an voll durchgeplanten Projekten anlegen, so dass die insgesamt bis 2003 zugesagten Infrastrukturmittel von 26,45 Milliarden Mark auch verbaut werden. Die Bautätigkeit der Deutschen Bahn im Schienennetz hat derzeit schon ein Rekord-Niveau erreicht, wie überall in der Bundesrepublik nachzuprüfen ist.

Media Contact

Dieter Hünerkoch ots

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik

Von allen Aktivitäten zur physischen Raum- und Zeitüberbrückung von Gütern und Personen, einschließlich deren Umgruppierung – beginnend beim Lieferanten, durch die betrieblichen Wertschöpfungsstufen, bis zur Auslieferung der Produkte beim Kunden, inklusive der Abfallentsorgung und des Recyclings.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Verkehrstelematik, Maut, Verkehrsmanagementsysteme, Routenplanung, Transrapid, Verkehrsinfrastruktur, Flugsicherheit, Transporttechnik, Transportlogistik, Produktionslogistik und Mobilität.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Erfolg für Magdeburger Wissenschaftler*innen mit einem „Brutkasten“ für die Lunge

Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 geht an Chirurg*innen der Universitätsmedizin Magdeburg Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Thoraxchirurgie“ der Universitätsmedizin Magdeburg unter der Leitung von Dr. Cornelia Wiese-Rischke wurde für die…

Mehr als Muskelschwund

Forschungsnetzwerk SMABEYOND untersucht Auswirkungen der Spinalen Muskelatrophie auf Organe Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine erblich bedingte neurodegenerative Erkrankung. Dabei gehen die motorischen Nervenzellen im Rückenmark und im Hirnstamm allmählich zugrunde,…

Molekulare Bremse für das Wurzelwachstum

Die dynamische Änderung des Wurzelwachstums von Pflanzen ist wichtig für ihre Anpassung an Bodenbedingungen. Nährstoffe oder Feuchtigkeit können je nach Standort in höheren oder tieferen Bodenschichten vorkommen. Daher ist je…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close