Heißes Licht schnell gelenkt

Der Laser kommt. In immer neue Bereiche der industriellen Produktion dringt das Lichtwerkzeug vor und schneidet, schweißt und beschriftet Materialien aller Art. Laser sind anderen Werkzeugen besonders dann überlegen, wenn hohe Energien auf kleine Flächen konzentriert werden müssen. In der Autoindustrie verschweißen Laser Bauteile mit hoher Geschwindigkeit. Problematisch wird es dann, wenn stark gekrümmte Konturen schneller als zehn Meter pro Minute verbunden werden sollen. Statt das gesamte Laserwerkzeug zu be-wegen, lohnt es sich dann, seine Strahlen mit beweglichen Spiegeloptiken schnell und präzise auf das Werkstück zu richten.

Eine solche Hochleistungs-Strahlablenkoptik wurde am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden entwickelt und seit Oktober vergangenen Jahres ist »lasertronic®« geschütztes Warenzeichen des Instituts. Nun stellen die Ingenieure ihre Kombination von Lasertechnik, Elektronik und Informationstechnik auf der Messe »Laser« in München (18.-22. Juni) in Halle B3 am Stand 141 den Besuchern vor. Bereits jetzt erläutert Dr. Lothar Morgenthal vom IWS die Funktion von lasertronic: »Mit unserer Strahlablenkoptik müssen die Achsen der Laserbearbeitungsmaschine den Bearbeitungskopf nur noch in eine Grundposition zum Bauteil bringen. Die Spiegel dirigieren den Laserstrahl dann präzise auf das Werkstück.« Auf ihr geringes Gewicht geht die hohe Schweißgeschwindigkeit von einigen Dutzend Meter pro Minute zurück, denn die Spiegel sind erheblich agiler als schwerfällige Roboterarme.

Industriell genutzt wird die Strahlablenkoptik des IWS unter anderem beim Unternehmen Behr GmbH & Co. in Stuttgart, um Abgaskühler für Dieselmotoren automatisch zu fertigen. Sie dienen in Lkws und Diesel-Pkws dazu, um einen Teil der Abgase effektiv abzukühlen und sie dann dem Motor wieder zuzuführen. Mit dieser Technik wird die Gesamtschadstoffemission gesenkt. Je nach Ausführung des Bauteils müssen bei der Herstellung 12 bis 54 rechteckige Rohrenden auf beiden Seiten mit einem Boden gasdicht verschweißt werden. Die beiden Anlagen mit der IWS-Technik haben allein in den beiden vergangenen Jahren über vier Millionen Rohr-Bodenverbindungen geschweißt – über 5 000 pro Tag und ein Ende ist nicht in Sicht.

Media Contact

Dr. Lothar Morgenthal Mediendienst

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie

Dieses Fachgebiet umfasst wissenschaftliche Verfahren zur Änderung von Stoffeigenschaften (Zerkleinern, Kühlen, etc.), Stoffzusammensetzungen (Filtration, Destillation, etc.) und Stoffarten (Oxidation, Hydrierung, etc.).

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Trenntechnologie, Lasertechnologie, Messtechnik, Robotertechnik, Prüftechnik, Beschichtungsverfahren und Analyseverfahren.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Mikroalge Stylodinium – ein geheimnisvoller Unbekannter aus dem Moor

Die Alge des Jahres 2022 … LMU-Biologe Marc Gottschling untersucht die Panzergeißler seit Langem. Einer ihrer bemerkenswertesten Vertreter wird jetzt zur Alge des Jahres 2022 gewählt. Die Mikroalge Stylodinium wird…

Zur Rolle von Bitterrezeptoren bei Krebs

Rezeptoren als Angriffspunkte für Chemotherapeutika. Bitterrezeptoren unterstützen den Menschen nicht nur beim Schmecken. Sie befinden sich auch auf Krebszellen. Welche Rolle sie dort spielen, hat ein Team um Veronika Somoza…

Das ungleichmäßige Universum

Forscher untersuchen kosmische Expansion mit Methoden aus der Physik von Vielteilchensystemen. Mathematische Beschreibungen der Expansion des Universums beinhalten einen systematischen Fehler: Man nimmt an, dass die Materie im Universum gleichmäßig…

Partner & Förderer