Schallende Fußböden dämpfen

Laminat-Fußböden sollen Innenräume angenehm aussehen lassen und dabei gut klingen und nicht klappern. Daher werben Hersteller von Fußbodenbelägen gern dafür, dass ihre Produkte wenig Schall zurückstrahlen. Bisher jedoch existiert hier kein objektives oder gar einheitlich verbindliches Prüfverfahren. Bisher, denn das Labor für Technische Akustik der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und das Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI haben sich gemeinsam des Problems angenommen – auch wenn der Groll über Lärm sehr davon abhängt, ob Freund, Feind oder man ihn selbst verursacht.

»Wie Schall auf festen Bodenbelägen entsteht und wie er nach oben abgestrahlt wird, ist in vernünftiger Weise noch nicht untersucht worden«, betont Ingenieur Burkhard Plinke vom WKI. »Zwar werden die Beläge mit verschiedenen Hammerwerken oder fallenden Kugeln traktiert, doch sind die Ergebnisse der Schallmessungen kaum nach-vollziehbar. Die Vielfalt der Methoden und Messergebnisse wirkt eher verwirrend, als dass sie den Käufer aufklärt.« In der Bauphysik werden bislang besonders die tieferen Schallfrequenzen unterhalb von 3 100 Hertz berücksichtigt, da sie vom Baumaterial bevorzugt weitergeleitet werden und das Ohr des Nachbarn erreichen können. Für den Bewohner selbst jedoch wirken die höheren Freqenzen oftmals störend, weil sie vom Boden direkt sein Ohr erreichen. Eine Dämmschicht unter dem Laminat oder Parkett kann den Schall im Raum manchmal sogar verstärken. Ist der Boden federnd gelagert, so wirkt er wie die riesige Membran eines Lautsprechers.

Um all diese komplexen Einflüsse an verschiedensten Bodenbelägen und Verlegemethoden studieren zu können, wurde am Fraunhofer-Institut ein Schallmessraum mit knapp drei Quadratmetern Boden-fläche aufgebaut. An Wand und Decke ist er so ausgekleidet, dass die Untersuchungen nicht durch Nachhall verfälscht werden. Erstes Ziel des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie dem Verein für Technische Holzfragen geförderten und von Her-stellern unterstützten Vorhabens ist es, die unterschiedlichen Methoden zur Trittschallmessung zu beurteilen. Auch folgende Fragen wollen die Fraunhofer-Forscher beantworten: Welche Schallanregung entspricht der typischen Nutzung eines Fußbodens? Wie hängen die Messergebnisse mit dem subjektiven Höreindruck zusammen? Wie kann ein Prüfergebnis für den Verbraucher verständlich dargestellt und sinnvoll genutzt werden? In wenigen Monaten soll dann ein praxisnahes Standardverfahren definiert werden.

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Dipl.-Ing. Burkhard Plinke Mediendienst

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