Reinigung und Konservierung von Kulturgütern aus Metall mittels fs-Laserstrahlung

Mit einem fs-Laser wird die Rückenpartie dieses Bronze-Puttos gereinigt

In einem 18-monatigen Kooperationsvorhaben wird das LZH die Möglichkeiten und Grenzen eines Reinigungsprozesses mittels Femtosekundenlaserstrahlung untersuchen, die einen „kalten“ und damit materialschonenden Abtrag von Korrosionen und Verunreinigungen ermöglicht.

Zahlreiche metallische Kunst- und Kulturobjekte sowie archäologische Fundstücke zeigen alters- und umweltbedingte Korrosionsschäden. Die Korrosion beeinträchtigt nicht nur das optische Erscheinungsbild, sondern stellt auch einen gravierenden Schadensfaktor dar. Klassische Reinigungs- und Restaurierungsmethoden führen vielfach nicht zu befriedigenden Ergebnissen, sowohl aus materialkundlicher Sicht als auch aus Sicht der Denkmalpflege. Insbesondere für metallische und temperaturempfindliche Kulturgüter wünscht man sich ein effizientes und zugleich materialschonendes Reinigungsverfahren.

In einem 18-monatigen Kooperationsvorhaben wird das LZH die Möglichkeiten und Grenzen eines Reinigungsprozesses mittels Femtosekundenlaserstrahlung untersuchen, die einen „kalten“ und damit materialschonenden Abtrag von Korrosionen und Verunreinigungen ermöglicht.

Dazu werden zunächst grundlegende Parameteruntersuchungen an unterschiedlichen Metalllegierungen (Kupfer, Silber, Farbpigmentierungen) vorgenommen. Dabei soll ein vollständiger Abtrag der Korrosionsprodukte und der Verunreinigungen erzielt werden, ohne eine unerwünschte und in der Regel irreversible Verfärbung oder Anschmelzung der Originaloberfläche zu bewirken. Die Bewertung der Reinigungsergebnisse erfolgt unter Nutzung bildgebender Analyseverfahren (Mikroskopie, REM, EDX, etc.) und der Einbindung der restauratorischen und kunsthistorischen Fachkompetenz der beteiligten Kooperationspartner (Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Norddeutsches Zentrum für Materialkunde von Kulturgut).

Nach 12 Monaten sollen die geeigneten Laserbearbeitungsparameter verfügbar sein, mit denen eine exemplarische Reinigung einer Rückenpartie eines Bronze-Puttos aus dem Jahre 1648 von Adrian de Vries erfolgt, die von dem Grafenhaus der Schaumburger Landschaft dafür zur Verfügung gestellt wird.

Für den Bestand und den langfristigen Erhalt des optischen Erscheinungsbildes ist nach erfolgter Reinigung bzw. Freilegung der Originalpatina das Aufbringen einer Schutzschicht notwendig. Aus diesem Grund soll ein geeignetes Konzept für die nach der Laserreinigung notwendigen Konservierungsmaßnahmen von den Kooperationspartnern entwickelt werden.
Abschließend wird die Perspektive von Femtosekunden-Laserstrahlquellen für den Einsatz in Restaurierungsbetrieben bewertet werden. Dazu werden insbesondere die Wirtschaftlichkeitskriterien sowie die Handhabbarkeit und Betriebssicherheit bzw. -stabilität beurteilt. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt.

Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ist eine durch Mittel des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Verkehr unterstützte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auf dem Gebiet der Lasertechnik.

weitere Informationen:
Laser Zentrum Hannover e.V.
Herr Michael Botts
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover
Tel.: +49 511 2788-151
Fax: +49 511 2788-100
E-Mail: bt@lzh.de

Media Contact

Michael Botts idw

Weitere Informationen:

http://www.lzh.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie

Dieses Fachgebiet umfasst wissenschaftliche Verfahren zur Änderung von Stoffeigenschaften (Zerkleinern, Kühlen, etc.), Stoffzusammensetzungen (Filtration, Destillation, etc.) und Stoffarten (Oxidation, Hydrierung, etc.).

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Trenntechnologie, Lasertechnologie, Messtechnik, Robotertechnik, Prüftechnik, Beschichtungsverfahren und Analyseverfahren.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Defekte in Halbleitern auf Atomebene aufspüren

Neuer Messaufbau Leipziger Forschender steht ab 2023 zur Verfügung. Moderne Solarzellen arbeiten mit Dünnschichten aus Halbleitern, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Der Schlüssel, um ihre Effizienz noch weiter zu…

Quantenoptik im Glas

Rostocker Forschende kommen den Geheimnissen von roten, grünen und blauen Quarks-Teilchen auf die Schliche. Forschenden der Universität Rostock ist es gelungen, in einem unscheinbaren Stück Glas einen Schaltkreis für Licht…

Wolken weniger klimaempfindlich als angenommen

Daten aus Flugkampagne: Passat-Kumuluswolken finden sich auf rund 20 Prozent der Erdkugel und kühlen den Planeten. Bisher wurde erwartet, dass diese Wolken durch die Erderwärmung weniger werden und damit den…

Partner & Förderer