Neue Licht-Impulse aus Deutschlands Mitte

PhotonicNet, das Kompetenznetz für Optische Technologien in Niedersachsen, verzeichnet erste Erfolge.

Das gebändigte Licht revolutioniert unser Leben und ist Hoffnungsträger der Wirtschaft für das 21. Jahrhundert.
Geht es nach den Vorstellungen des BMBF, so wird Deutschland mit Hilfe des neuen Förderprogramms „Optische Technologien – Made in Germany“ entscheidende Schritte in Richtung eines technologischen wie wirtschaftlichen Spitzenplatzes auf dem Weltmarkt der Photonen machen. Wichtige Instrumente für ein schnelles Gelingen des prognostizierten Fortschritts sind die im Frühjahr 2001 geschaffenen Kompetenznetze für Optische Technologien, die in regionalen Clustern das Know-How der Forschungseinrichtungen und die Innovationskraft der optischen Industrie zu schlagkräftigen Instrumenten bündeln.

Die PhotonicNet GmbH, Netzwerk für Niedersachsen, verzeichnet einen gelungenen Start: Insgesamt 21 Partner aus Forschung, Industrie und Ausbildung in der Region Hannover-Göttingen-Braunschweig-Wetzlar – darunter auch bedeutende Großunternehmen der anwendenden Branchen wie Volkswagen, Salzgitter und Alstom LHB – haben sich der Netzwerkidee für die kommenden fünf Jahre verpflichtet. Damit wurde eine wesentliche Grundlage für den schnellen Aufbau der beiden Geschäftsstellen in Hannover und Göttingen mit einem sechsköpfigen Mitarbeiterteam gelegt.

Plattform für Information und Kooperation

So konnte sich PhotonicNet bereits nach neun Monaten Existenz sehr gut etablieren. Mit regionalen wie bundesweiten Veranstaltungen bildet es eine feste Instanz als aktuelle Informations- und wichtige Kommunikationsplattform in der ’Optik-Szene’. Die sehr gut besuchten Foren zu „157nm/EUV“ und „Femtosekundentechnologie“ haben gezeigt, dass ein hohes Innovationspotential in den Instituten und Unternehmen der Region steckt und der aufgezeigte Weg zu Kooperation und Fortschritt gerne beschritten wird. Noch in diesem Jahr ist ein weiteres Forum zum Themenfeld „Mikroskopie“ geplant.

Um eine Konkretisierung des Kooperationsgedankens voranzutreiben, wurden für die Themen DUV/VUV und EUV im April erste Arbeitskreise ins Leben gerufen, die eine Brücke zwischen Forschern und Anwendern schlagen sollen. Gerade die sehr junge Technologie rund um die extrem kurzwellige UV-Strahlung zeigt, wie wichtig die frühe Verzahnung ist. Nicht nur problemorientierte Zusammenarbeit ist gefragt. Forscher können Unternehmen aufzeigen, welches Potential in einer Technologie tatsächlich steckt – die Industrie ihrerseits kann sinnvolle Applikationen erkennen und mit Engagement zur schnellen Produktreife führen.

Schlüssel für das Wachstum

Entlassungen statt Neueinstellungen derzeit in vielen Optik-Unternehmen – ein paradoxes Bild angesichts der guten Zukunftsaussichten für die ’enabling technology’. Der Euphorie in der Optischen Industrie mit einem prognostizierten Umsatzwachstum von 20 – 30% wird seit einigen Monaten ein deutlicher Dämpfer versetzt – eine Folge der derzeitigen Weltwirtschaftslage. Der Ruf nach verstärkter Ausbildung von Mitarbeitern quer durch sämtliche Qualifikationsebenen wird dementsprechend leiser. Doch dieses momentane Bild darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass qualifizierte Mitarbeiter der Schlüssel für Wachstum sind und nach wie vor akuter Fachkräftemangel in Deutschland herrscht. Daher arbeitet PhotonicNet sowohl regional, als auch im Zusammenschluss mit den anderen Kompetenznetzen an einer detaillierten Bedarfs- und Angebotsanalyse, um auf dieser Basis sinnvolle Fördermaßnahmen in Angriff zu nehmen.
Parallel dazu wird die Erarbeitung neuer Weiterbildungsangebote in Zusammenarbeit mit Hochschulprofessoren und ortsansässigen Firmen begleitet. Auch die Akquisition von Nachwuchs für die Feinoptikerausbildung in Niedersachsen wird von PhotonicNet unterstützt.

Für Licht begeistern

Die Bedeutung von Licht als Lebensspender in der Natur lehrt uns bereits die Schule. Dass Licht weit mehr kann, dass es uns im täglichen Leben häufig unerkannt begegnet will PhotonicNet aufzeigen, und damit Begeisterung für die Arbeit mit dem Medium Licht wecken. Steter Tropfen höhlt den Stein ist das Motto. Spannende Themen für die Presse gibt es reichlich. Erste Berichte über Partner aus der Region konnten in Funk und Fernsehen bereits lanciert werden. Eine längere Dokumentation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die die Faszination in jedes Wohnzimmer der Republik trägt, ist Wunschziel und wird mit entsprechendem Engagement verfolgt.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war auf der diesjährigen Hannover Messe Industrie im April zu sehen: Unter der Schirmherrschaft des VDI wurde mit der Ausstellung PhotonicWorld der Versuch unternommen, die Optischen Technologien in ihrer enormen Anwendungsvielfalt und dem hohen Innovationspotential allgemein verständlich darzustellen. Dieses Konzept soll in den kommenden Monaten gemeinsam mit den Kompetenznetzen und weiteren deutschen „Optik-Verbänden“ wie der WLT, der DGaO und F+O zu einer spannenden Technologie-Show weiterentwickelt werden.

Grenzen überwinden

Trotz immenser Bedeutung der regionalen Aufbauarbeit darf der ’Blick für das Ganze’ nicht verloren gehen. So fließt ein Teil des Engagements von PhotonicNet in die Einbindung des Kompetenznetzes in das überregionale OptecNet Deutschland, dem Zusammenschluss der regionalen Kompetenznetze für Optische Technologien. Denn technologischer Fortschritt macht nicht an Ländergrenzen halt und Problemlösungen ergeben sich häufig erst durch Kooperationen quer durch die Republik. So soll OptecNet Deutschland den Regionen auch als wichtiges Portal der Optischen Technologien in Richtung Europa und der Welt dienen.

Erste Grundlagen für die Fortführung der Vernetzungsinitiativen auf europäischer Ebene sind bereits gelegt. So ist PhotonicNet-Geschäftsführer Dr. Hartmann in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender von OptecNet Deutschland e.V. einer der nationalen Vertreter für das Eureka-Umbrella-Projekt „EULASNET“. Auf regionaler Ebene werden Vernetzungen mit entsprechenden Organisationen in Europa aufgebaut. Eine Kooperation von PhotonicNet mit der Scottish Optoelectronics Association (SOA), einem bereits seit 8 Jahren in Schottland existierenden Netzwerk, wurde vereinbart und der Kontakt zum französischen „Optics Valley“ bei Paris soll in Kürze hergestellt werden.

Netzwerkarbeit ist mühsame und zugleich spannende Kleinarbeit. Es gilt Konkurrenzen zu überwinden, Kooperationswege zu finden. Im PhotonicNet sind hierzu erste Impulse gelungen, die für die Zukunft der Optischen Technologien in der Region Mut machen.

Media Contact

Dipl.Biol. Anja Nieselt-Achilles idw

Weitere Informationen:

http://www.photonicnet.de/

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