Zahl der befristet Beschäftigten ging in der Krise zurück

Auch die Zahl der Übernahmen von befristeter in unbefristete Beschäftigung ging zurück. Wurden 2008 noch 52 Prozent der zunächst befristet angestellten Arbeitnehmer anschließend in eine unbefristete Beschäftigung übernommen, lag der Anteil im Jahr 2009 nur noch bei 45 Prozent. Im produzierenden Gewerbe sank er sogar von 68 auf 38 Prozent.

Im gleichen Zeitraum habe sich im produzierenden Gewerbe allerdings auch die Anzahl der Kündigungen bei regulären Arbeitsverträgen mehr als verdoppelt. Zudem sei die Zahl der im Produktionssektor eingesetzten Leiharbeiter erheblich zurückgegangen. Es könne also nicht von einer Personalanpassung gesprochen werden, die ausschließlich auf dem Rücken befristet Beschäftigter ausgetragen wird, kommentiert IAB-Arbeitsmarktexperte Christian Hohendanner die Forschungsergebnisse.

Den insgesamt eher geringen Rückgang der befristeten Beschäftigungen erklärt IAB-Forscher Hohendanner damit, dass der Großteil der befristet Beschäftigten nicht in den unmittelbar konjunkturabhängigen Branchen wie dem exportorientierten Produktionssektor arbeite. 40 Prozent aller befristet Beschäftigten seien in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sozialwesen, in öffentlichen oder gemeinnützigen Einrichtungen tätig. Befristet werde in diesen Bereichen vor allem, weil Projekt- und Haushaltsmittel häufig nur für einen kurzen Zeitraum vergeben werden.

Bei Anstellungen im produzierenden Gewerbe dominieren laut Hohendanner dagegen immer noch unbefristete Arbeitsverträge. Trotz der durch die Krise gestiegenen Unsicherheit gebe es im produzierenden Gewerbe keine Zunahme des Anteils befristeter Neueinstellungen – während bei den öffentlichen und sozialen Einrichtungen der Trend zur befristeten Neueinstellung ungebrochen sei. „In der öffentlichen Verwaltung sind mittlerweile 68 Prozent der neuen Arbeitsverträge befristet“, so Hohendanner.

Anteil der Befristungen an den Neueinstellungen ist weiter gestiegen

In der Gesamtbetrachtung über alle Branchen hinweg hat damit auch der Anteil der befristeten Neueinstellungen mit 47 Prozent im Jahr 2009 einen neuen Höchststand erreicht. 2008 lag der Anteil noch bei 44 Prozent, 2001 erst bei 32 Prozent. „Vor allem in der öffentlichen Verwaltung, aber auch in den Branchen Gesundheit und Sozialwesen, Erziehung und Unterricht sowie bei den Nonprofit-Organisationen sind Befristungen heute schon das Normaleinstellungsverhältnis“, stellt Hohendanner fest.

Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb1410.pdf

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Wolfgang Braun, idw

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