Warnung vor Stickstoffdüngereinsatz in China

Forscher warnen davor, dass die großen Mengen von Stickstoffdünger, die in China eingesetzt werden, negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Betroffen von der Umweltkatastrophe sind nicht nur die Böden, sondern auch das Grundwasser und die Luft. Nach einer Studie im Wissenschaftsmagazin PNAS könnte man im Reich der Mitte die eingesetzte Menge an Stickstoffdüngern reduzieren, ohne negative Auswirkungen auf den Ertrag zu spüren.

„Die Umweltproblematik des Stickstoffdüngers ist seit langem bekannt“, meint Urs Niggli Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick, gegenüber pressetext. Die Landwirtschaft müsse die Menge an Stickstoffdünger massiv nach unten schrauben.

„Erst in jüngster Zeit mit der Verteuerung der Erdölpreise ist auch darüber nachgedacht worden, das zu tun, da sich die Preise für Dünger verdreifacht haben.“ Die Techniken aus der Biolandwirtschaft sind in Anbetracht dieser Preisentwicklung interessant geworden.

Nach der PNAS-Studie, die von Zhang Fusuo von der China Agricultural University in Beijing durchgeführt wurde, hat sich der Verbrauch von Dünger von sieben Mio. Tonnen im Jahr 1977 auf 26,2 Mio. Tonnen im Jahr 2005 gesteigert. Im gleichen Zeitraum ist auch die Anbaufläche um das Doppelte angewachsen und bis vor kurzem wurde den Bauern von Wissenschaftlern, der Regierung und Landwirtschaftsexperten geraten, auf Dünger zu setzen.

Das Forscherteam hat nun allerdings festgestellt, dass zwischen 20 und 50 Prozent des Düngers in die Luft und ins Grundwasser gelangt. Je nach Feldfrucht gingen verschieden große Mengen des Düngers verloren. „Der Stickstoffdünger belastet den Boden, das Grundwasser und die Luft“, betont Niggli. Als chemische Reaktion werde aus dem Stickstoffdünger das klimaschädliche Lachgas.

„Das Problem der konventionellen Landwirtschaft, in der Ackerbau und Viehzucht voneinander getrennt wurde, hat sich daraus ergeben, dass bei der Viehzucht immer viel Stickstoff vorhanden war, während die reinen Ackerbauern teuren Dünger zukaufen mussten.“ Die Trennung von Ackerbau und Viehzucht bezeichnet Niggli als völlige Fehlentwicklung. „Die industrielle Herstellung von Stickstoff ist sehr ineffizient. Man kann davon ausgehen, dass für die Herstellung eines Kilo Stickstoffs zwei Kilogramm Erdöl verbraucht werden.“ Das sei auch der Grund dafür, warum die Bilanz des Biolandbaus deutlich besser ausfalle. Niggli vergleicht die intensive Stickstoffdüngung mit einer Infusion eines Patienten. „Mit Stickstoff kann man auch auf unfruchtbaren Böden anbauen“, erklärt der Experte.

„Viele der Bauern glauben, dass mit mehr Dünger höhere Ernten erzielt werden können“, so Zhang. Die Studie habe jedoch deutlich gemacht, dass oftmals weniger mehr ist, so der Zhang. Er regt an, dass nun genaue Untersuchungen für jede einzelne Nutzpflanze und dem optimalen Einsatz von Düngemitteln folgen sollen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist zudem auch die Frage nach dem optimalen Timing. Den Großteil der Düngemittel bringen die Bauern um die Zeit des Setzens auf. Untersuchungen haben jedoch deutlich gezeigt, dass der spätere Einsatz günstiger auf die Entwicklung der Feldfrüchte wirken.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.fibl.org

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