Wachstumsschub in US-Städten durch Ausbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs

Die in diesen Regionen ansässige Wirtschaft könnte dadurch insgesamt bis zu 19 Milliarden US-Dollar mehr Umsatz pro Jahr erzielen. Gleichzeitig ließe sich der CO2-Ausstoß um bis zu 2,8 Mio. Tonnen pro Jahr senken.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie, die Siemens gemeinsam mit der U.S. Conference of Mayors, dem Interessenverband von mehr als 1200 amerikanischen Städten, in Auftrag gegeben hatte. Mit der Beteiligung betont Siemens sein starkes Geschäftsinteresse an den Plänen der US-Regierung zum Ausbau der Infrastruktur auf Schienen.

„Hochgeschwindigkeitsverkehr ist der effizienteste und umweltfreundlichste Weg, die Wirtschaftskraft dieser US-Regionen zu stärken. Wir sehen uns in der führenden Marktposition und sind bereit, unseren Fertigungsstandort in Sacramento auszubauen, um den Bedarf an modernen und schnellen Zügen zu decken“, so Spartenchef Hans-Jörg Grundmann.

Zum ersten Mal sind nun für einzelne Städte und ihre Randgebiete präzise Berechnungen über die die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen des US-Investitionsprogramms für Bahnverkehr verfügbar. Diese können den Politikern und Städteplanern als konkrete Orientierungs- und Entscheidungshilfen dienen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der Studie bei der Jahrestagung der U.S. Conference of Mayors in Oklahoma City. Deren Vorsitzender Tom Cochran sagte anlässlich der Veröffentlichung: „Das Transportwesen ist das Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft. Unser Land kann global nicht wettbewerbsfähig sein, wenn wir es versäumen, angemessen in unsere heimische Transport-Infrastruktur – insbesondere in den Städten und deren Ballungsräumen – zu investieren.“

Das mit der Studie beauftragte Bostoner Institut Economic Development Research Group (EDR) hat die Investitionsfolgen beispielhaft anhand der vier Städte Los Angeles, Chicago, Orlando und Albany untersucht. Alle vier Städte erhielten Zuschüsse aus dem staatlichen Förderprogramm, für das die US-Regierung Investitionen in Höhe von rund 8 Mrd. USD bereit gestellt hat.

Nach der EDR-Studie könnten im Großraum Los Angeles bis zu 55.000 neue Arbeitsplätze entstehen und ein zusätzlicher Umsatz von bis zu 7,6 Mrd. US-Dollar pro Jahr erzielt werden. Für die Stadt Chicago ergäbe sich ein Plus an 42.000 Arbeitsplätzen sowie bis zu 6,1 Mrd. US-Dollar. In Orlando sieht die Studie bis zu 27.500 neue Arbeitsplätze und 2,9 Mrd. US-Dollar zusätzlichen Umsatz. Und für Albany liegen die Erwartungen bei bis zu 21.000 neuen Arbeitsplätzen und bis zu 2,5 Mrd. US-Dollar zusätzlichem Umsatzvolumen pro Jahr.

Siemens-Studien belegen ferner, dass von der Einführung eines Hochgeschwindigkeitsnetzes nicht nur Wirtschaft und Arbeitsmarkt profitieren könnten. Auch der Umwelt käme der Ausbau des Schienenverkehrs zugute: Die Berechnungen zeigen, dass ein Hochgeschwindigkeitssystem die CO2-Emissionen des Verkehrs allein in den vier untersuchten Städten um bis zu 2,8 Mio. Tonnen pro Jahr senken und damit um ein Drittel reduzieren würden.

Als weltweit führender Anbieter von Mobilitätsinfrastrukturlösungen ist Siemens mit seiner Division Mobility bereits heute erfolgreich im amerikanischen Markt vertreten. Jede dritte Straßenbahn und jede vierte Ampel in den USA sind von Siemens. Aus dem Werk im kalifornischen Sacramento wurden seit 1984 über 1.000 Nahverkehrswagen für 17 Städte in Nordamerika geliefert. Der Standort wird derzeit von rund 700 Mitarbeitern auf knapp 1.000 Beschäftigte ausgebaut. Zusätzlich hat Siemens dort im Januar ein Grundstück von rund acht Hektar erworben, um die Fertigungskapazitäten für den Bau von Hochgeschwindigkeitszügen erhöhen zu können.

Die vollständige EDR-Studie findet sich unter www.usmayors.org/highspeedrail

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro. http://www.siemens.com/industry

Die Siemens-Division Mobility (Erlangen) ist der international führende Anbieter von Transport- und Logistik-Lösungen. Mit „Complete mobility“ verfolgt die Division das Ziel, unterschiedliche Verkehrssysteme miteinander zu vernetzen, um Menschen und Güter effizient und umweltfreundlich zu transportieren. „Complete mobility“ ist orientiert am Ziel der Nachhaltigkeit und vereint Kompetenzen bei Betriebsführungssystemen für Bahn- und Straßenverkehr, Lösungen für Flughafen- und Post-Logistik, Bahnelektrifizierung, Schienenfahrzeugen im Nah-, Regional- und Fernverkehr, schlüsselfertigen Systemen und zukunftsorientierten Servicekonzepten. Mit weltweit rund 25.000 Mitarbeitern erreichte Siemens Mobility im Geschäftsjahr 2009 (30.9.) einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro. www.siemens.com/mobility

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