Auch Pfeifen und Zigarren führen zur Raucherlunge

Weder Pfeifen noch Zigarren sind gesündere Alternativen zu Zigaretten. Ärzte am New Yorker Presbyterian Hospital konnten nachweisen, dass keine der beiden Formen des Tabakkonsums vor der chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) – im Volksmund „Raucherlunge“ – schützen kann, wie manche irrtümlich glauben.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse ihrer Untersuchung in der Zeitschrift Annals of Internal Medicine.

Gleich gefährlich trotz weniger Cotinin

Die Forscher untersuchten 3.500 Menschen mit dem Lungenfunktionstest und befragten sie nach ihren aktuellen und früheren Rauchgewohnheiten. Diejenigen, die keine Zigaretten, dafür aber Pfeife oder Zigarren rauchten, hatten doppelt so oft Atemwegsstörungen als Nichtraucher. „Auch Rauch aus Pfeife und Zigarre geht mit einer Verschlechterung der Lungenfunktion einher, die der COPD entspricht“, betont Studienautor Graham Barr.

Höher als bei Nichtrauchern, jedoch niedriger als beim Zigarettenrauch lag allein der Wert des Nikotin-Abbauprodukts Cotinin, das man in Blutplasma, Urin, Haar oder Speichel nachweisen kann. Die Forscher führen das auf die andere Form der Nikotinaufnahme zurück, während allerdings die Aussetzung an schädlichen Inhaltsstoffen gleich sein dürfte. „Sowohl Zigarre als auch Pfeife schädigen langfristig die Lunge, und Ärzte sollten beide Formen als Risikofaktoren für COPD erkennen“, so Barr.

Krebs auch ohne Inhalieren

Irmgard Homeier, Generalsekretärin der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden, sieht bisherige Annahmen bestätigt. „Es war bekannt, dass auch Zigarre und Pfeife das kardio-vaskuläre System beeinträchtigen und Krebs auslösen können, weshalb keine der beiden bessere Alternativen für Zigaretten sind. Die Datenlage ist jedoch bisher noch dürftig, weshalb der Nachweis des Zusammenhangs mit COPD wichtig ist“, so die Wiener Medizinerin gegenüber pressetext.

Zigarren zeigen keinen Unterschied zu Zigaretten, was den Abbau von Brandprodukten betrifft. „Der Tabak zerfällt ebenso in verschiedene giftige Substanzen, unter anderem in Kohlenmonoxid. Der einzige Unterschied ist, dass Zigarrenrauch weniger tief inhaliert wird“, so Homeier.

Erkrankungen von Mundhöhle, Mundboden oder Kehlkopf könne dies jedoch nicht verhindern, ebenso wenig das Eindringen der ultrafeinen Staubpartikel in die Lungen. „Zudem produziert die Zigarre weit größere Mengen an Giftstoffen als die Zigarette, da die Tabakmenge wesentlich größer ist.“ Ähnliches gelte auch für die Pfeife.

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Johannes Pernsteiner pressetext.austria

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