Mobbing im Internet

Beleidigungen, peinliche Fotos oder üble Nachrede – die neuen Medien machen es leicht, einen Menschen fertig zu machen. Diese Form des Mobbings, „Cyberbullying“ genannt, haben die Psychologinnen Dr. Stephanie Pieschl und ihre Diplomandin Sina Urbasik von der Universität Münster untersucht. Rund ein Drittel der befragten Schüler gab an, in den der Befragung vorausgehenden zwei Monaten schon einmal das Opfer von Cyberbullying geworden zu sein.

Am Hochschultag der WWU Münster hatten Dr. Stephanie Pieschl und Sina Urbasik aus der Pädagogischen Psychologie 419 Schülerinnen und Schüler zu ihren Erfahrungen mit Cyberbullying befragt. Da es sich bei dieser Befragung um eine relative alte (Durchschnittsalter 18 Jahre), hochgebildete (86 Prozent Gymansiasten), und weibliche (70 Prozent Frauen) Stichprobe handelte, erwarteten die Forscher relativ geringe Vorkommnisse von Cyberbullying. Überraschenderweise zeigte sich, dass 35 Prozent der Befragten mindestens einmal in den letzten zwei Monaten Opfer von Cyberbullying waren.Meist berichteten sie von Beleidigungen und Gerüchten, die im Internet mit Instant Messengern oder in Sozialen Netzwerken wie SchülerVZ verbreitet wurden. Eine Schülerin schrieb beispielsweise: „Ein Mädchen […] hat verbreitet dass mein Freund mich zum Sex zwingen würde und hat erzählt dass ich schwanger war und abgetrieben habe“.

Außerdem berichteten 55 Prozent der Befragten, dass sie im gleichen Zeitraum mindestens einmal als Täter aktiv waren, meist haben sie Gerüchte verbreitet, sich für andere ausgegeben, oder Beleidigungen verbreitet. Auch die Täter nutzten überwiegend das Internet, hauptsächlich Instant Messenging und Chat. Beispielsweise berichtete ein Schüler: „Ich schicke vielleicht mal einer Freundin ein Bild, um ihr zu zeigen, wie dämlich dort jemand aussieht. Aber das ist eher nur ein Scherz. Ich mache das ja nicht, um jemanden bloßzustellen, sondern um Spaß zu haben“.

Konfrontiert mit diversen Szenarios aus dem Kontext Cyberbullying zeigten die Befragten außerdem große emotionale Betroffenheit von Cyberbullying. Zum Beispiel berichteten sie von eigener Verletztheit und Frustration. Nur mäßig geeignete Ideen gab es über angemessene Verhaltensstrategien als Reaktion auf Cyberbullying. Beispielsweise würden die Befragten im Durchschnitt nur „vielleicht“ das Cyberbullying melden oder eine Sperre beim Anbieter fordern.

Media Contact

Brigitte Nussbaum Uni Münster

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