M&A-Aktivitäten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zeigen leichte Erholung

– Neue Studie von Roland Berger zeigt: Anzahl und Größe der M&A-Transaktionen nehmen zum ersten Mal seit 2007 wieder zu

– Russland ist bei 79 Prozent aller Transaktionen in der CEE-Region als Käufer beteiligt

– Im Gegensatz zu der CEE-Region stagnieren die M&A-Aktivitäten in Südosteuropa (SEE) und unterliegen starken Schwankungen

– Interessanteste Zielsektoren waren 2010 die Medien- und Unterhaltungsbranche sowie die Hersteller von Basiskonsumgütern

Seit 2007 stagnieren die internationalen M&A-Aktivitäten. Doch2010 konnte der weltweite M&A-Sektor mit 2,5 Prozent zum ersten Mal wieder leicht zulegen und erreichte einen gesamten Transaktionswert von 1.894 Milliarden Dollar. Dabei war in den vergangenen Jahren eine deutliche Verschiebung in Richtung Emerging Markets zu beobachten: Während der M&A-Wert in Europa um 15 Prozent und in Nordamerika um 8 Prozent einbrach, verzeichnete er im Rest der Welt ein Wachstum von 48 Prozent. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie „M&A activities in CEE/SEE in 2010“ von Roland Berger Strategy Consultants.

Das Volumen der Fusionen und Übernahmen in Europa ist seit 2007 um zwei Drittel zurückgegangen – die Gesamtsumme der Transaktionen beträgt nur noch 369 Milliarden Euro. Dabei entfallen rund 10 Prozent dieses gesamteuropäischen M&A-Wertes auf die CEE-Region (Mittel- und Osteuropa, Russland und die Türkei) – ein historischer Höchststand.

„Nach sinkenden Werten von 2007 bis 2009 verbuchten die Transaktionen in CEE 2010 einen Zuwachs von 16 Prozent“, sagt Vladimir Preveden, Managing Partner von Roland Berger Strategy Consultants in Zagreb.

Die durchschnittliche Transaktionsgröße der M&A-Verträge in der CEE-Region erreichte 2007 einen Spitzenwert von 166,5 Millionen Euro. Danach folgte ein deutlicher Einbruch, von dem sich der Markt bis heute nicht erholen konnte. So lag das durchschnittliche Transaktionsvolumen auch 2010 bei nur rund einem Drittel des Wertes von 2007. Hinsichtlich der Transaktionsgröße schaffte es daher lediglich die Übernahme von Kyivstar GSM durch Vimpelkom in die CEE Top 15 der letzten zehn Jahre.

Russische Investoren auf dem Vormarsch

Innerhalb der CEE-Region konnte Russland seine dominante Stellung behaupten. Zwischen 2000 und 2010 entfielen 57 Prozent des M&A-Gesamtwerts auf Russland als Übernahmezielland. Der Anteil der Transaktionen, an denen russische Unternehmen als Käufer beteiligt waren, lag sogar bei 79 Prozent. Laut der aktuellen Roland Berger Studie zielten die meisten Investitionen auf den Energie- und Stromerzeugungsmarkt (43%). Auch der Telekommunikationssektor verzeichnete eine dynamische Entwicklung: 20 Prozent der Übernahmen in den CEE-Ländern im Jahr 2010 betrafen Unternehmen aus diesem Bereich.

Schwache Lage in Südosteuropa

Im Gegensatz zur CEE-Region unterliegt der M&A-Markt in Südosteuropa (SEE) immer noch starken Schwankungen. Die SEE-Region verfügt generell über eine geringere M&A-Kaufkraft, der Durchschnittswert der Transaktionen ist daher relativ niedrig: Er lag 2010 in SEE bei nur knapp 19 Millionen Euro und damit deutlich unter dem Durchschnittsvolumen für M&A-Transaktionen in CEE (58 Millionen Euro). Trotzdem gab es in der SEE-Region größere Übernahme-Deals als in den CEE-Ländern. So schafften es zwei Abschlüsse in die SEE Top 15 der letzten Dekade: die Übernahme von Droga Kolinska durch Atlantic Grupa und die Akquisition von Alfa Telecom Turkey durch Alfa Finance Holding. Von 2000 bis 2010 erwies sich Slowenien als aktivster südosteuropäischer Käufer, dicht gefolgt von Serbien. Die Liste der Zielländer führte mit deutlichem Abstand Bulgarien an.

Bei den Übernahmen in Südosteuropa zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Marktsegmenten: „Die interessantesten Zielsektoren waren 2010 der Medien- und Unterhaltungsbereich sowie der Markt für Basiskonsumgüter wie Agrarprodukte, Lebensmittel und Getränke, verschreibungspflichtige Arzneimittel, Haushaltswaren und Textilien“, erklärt Studienautor Vladimir Preveden. Der Telekommunikations- und der Finanzsektor verloren hingegen ihre Führungsposition aus dem Jahr 2000. Auch die meisten Investoren kamen aus dem Bereich der Basiskonsumgüter, gefolgt vom Finanzsektor.

Die Studie können Sie kostenlos herunterladen unter:
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