Körperscanner für Sicherheit im Stadion? Sicher nicht!

Aktuell binden sie Fans, Zuschauer und Interessierte in die Ideenfindung mit einer wöchentlichen Reichweite von 36.500 Usern. Eine begleitende Netnographie-Studie zeigt: Körperscanner werden abgelehnt, vielversprechender erscheinen partizipative Ansätze. Mehrere Fußballbundesligisten unterstützen den Contest.

Acht Studierende der MHMK in München widmen sich derzeit der Frage, wie sich ausgelassene Stadionstimmung mit Gewaltfreiheit verbinden lässt und befragten in diesem Kontext direkt die Fans. Dazu setzen sie auf Methoden ihres Kooperationspartners HYVE, der mit Co-Creation, Netnography oder IdeaContest Unternehmen bei der kundenzentrierten Entwicklung von Innovationen unterstützt, und wenden diese unter Anleitung von Prof. Dr. Guido Schafmeister, Prof. Dr. Guido Ellert und Simon Dallwig auf das Forschungsfeld „Sport“ an. Sicherheit bei Großveranstaltungen ist ein Forschungsschwerpunkt der Studienrichtung Sport- und Eventmanagement im Studiengang Medienmanagement an der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation.

Bei der Recherche mithilfe der Netnography Methode wurden binnen einer Woche ca. 7.000 Einträge in über 20 Foren bzw. Communities gesichtet. Im Rahmen der Netnography werden verschiedene Communities und Foren anonym beobachtet, Einträge von Usern gelesen und in ein eigens angefertigtes Register einsortiert. Die Studierenden untersuchten die Foren nach ca. 25 zuvor festgelegten Begriffen.

Das Hauptaugenmerk lag dabei auf „Stimmung“, „Sicherheit“ und „Zufriedenheit“. Anhand der Einträge wurde deutlich, dass der Einsatz von Körperscannern oder personalisierten Karten eher abgelehnt wird.

Für den Fan2.0 IdeaContest auf http://www.facebook.com/fan2.0.ideacontest gibt es bewusst keine inhaltlichen Vorgaben. Der IdeaContest ist eine Plattform für Fans und Interessierte, die ihre Ideen zur Verbesserung der Stimmung im und rund um das Stadion veröffentlichen wollen. „Grundsätzlich startet die HYVE AG einen IdeaContest in Form einer neu erschaffenen Community, bei der sich die User anmelden und ihre Wünsche zu einem bestimmten Themengebiet frei äußern können. Unseren Contest haben wir auf das soziale Netzwerk Facebook beschränkt“, erläutert Student Florian Thum das Vorgehen.

Dr. Johann Füller, CEO der HYVE AG, bestätigt den studentischen Innovationsforschern einen beeindruckenden Start: „Die Seite erreichte binnen weniger Tage eine sehr ansprechende Reichweite von über 36.500 Usern, das ist wirklich enorm.“ Bei den Fanbeauftragten der Vereine holten sich die Studierenden jedoch Absagen für ihren innovativen Ansatz, dazu sagt Florian Thum: „Wir hätten wohl noch stärker vermitteln müssen, dass es bei Co-Creation nicht um die Einführung neuer Vorschriften für das Verhalten im Stadion geht, sondern darum, gemeinsam mit den Menschen, die das Erlebnis Fußballspiel lieben, Lösungen zu finden, die für viele Menschen die Stimmung im Stadion verbessern können.“

Bei den Vereinen scheint die Vermittlung des Projektes zu gelingen. Mehrere Fußballbundesligisten unterstützen und verbreiten den Fan2.0 IdeaContest, darunter Hannover 96, Karlsruher SC, VfL Osnabrück, Chemnitzer FC, 1. FC Saarbrücken und Rot-Weiß Erfurt. Florian Thum hofft auf einen noch größeren Bekanntheitsgrad: „Die Idee ist, dass aus der Menge unterschiedlicher Ideen einige sehr gute Ansätze geschaffen werden können. Wir hoffen, dass der Fan2.0 Contest noch weiter erfolgreich läuft.“

Aktuelle Zahlen (Stand: 25. Mai 2012):
Personen, denen Fan 2.0 gefällt: 163 Personen
Personen, die über Fan 2.0 sprechen: 118 Personen
Wöchentliche Reichweite insgesamt: 36.551 Personen

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