Europäische Bahnindustrie: Bis 2016 unverändert starkes Wachstum erwartet

– Globale Eisenbahnindustrie legt deutlich zu – auf ein Gesamtvolumen von nun über 120 Milliarden Euro

– 2016 wird ein Marktvolumen von knapp 155 Milliarden Euro erwartet

– Experten für den Markt für Schieneninfrastruktur, -fahrzeuge und Serviceleistungen in 50 Ländern befragt, die etwa 95 Prozent des weltweiten Markts für Eisenbahntechnik repräsentieren

– Schlüsselmärkte sind Europa, die NAFTA und der asiatisch-pazifische Raum

Der Verband der europäischen Eisenbahnindustrien (UNIFE) geht davon aus, dass die gesamte Bahnzulieferindustrie bis 2016 weiterhin starke Zuwächse verzeichnen wird. „Unsere Studie zeigt, dass es auf absehbare Zeit weltweit ein ungebrochenes solides Wachstum geben wird“, so UNIFE-Generaldirektor Michael Clausecker in seinem Kommentar zur Veröffentlichung der neuen Studie in Kooperation mit der internationalen Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants.

„Die Ergebnisse der Untersuchung machen deutlich, dass Politiker, Investoren, Wirtschaftsführer und die Öffentlichkeit erkannt haben, wie wichtig Investitionen in die Bahn als umweltverträgliches Verkehrsmittel sind und welche Vorteile dies bringt. Doch nicht nur das: Sie sehen diese Investitionen auch als Weg zu mehr Mobilität, als nachhaltiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel und als bewährten Motor für mehr wirtschaftliches Wachstum.“

Ziel dieser zweiten im Auftrag von UNIFE erarbeiteten Studie sei es gewesen, so die Autoren Martin Streichfuss und Andreas Schwilling von Roland Berger Strategy Consultants, eine allgemein akzeptierte Marktdarstellung für die Eisenbahnindustrie vorzulegen und eine quantifizierbare Neun-Jahres-Prognose für die gesamte Branche abzugeben. Roland Berger habe hierzu in 50 Ländern Marktexperten aus den Bereichen Waggons und Lokomotiven, Schieneninfrastruktur und Bahn-Dienstleistungen befragt, erklärte Schwilling. Dies entspreche 95% des weltweiten Marktes für Eisenbahntechnologie. „Schon lange haben Bahnbetreiber, Zulieferer, Investoren, Finanzanalysten und politische Entscheidungsträger derartige Informationen gefordert, und in unserer Studie haben wir genau das für sie zusammengestellt.“

Laut Schwilling hat die Studie ergeben, dass die Branche von 2006 bis 2007 eine nominale Wachstumsrate von 9% zu verzeichnen hatte. Der insgesamt zugängige Weltmarkt wuchs von 71,8 Mrd. EUR in 2005 auf 86 Mrd. EUR in 2007. „Die Daten zeigen auf jeden Fall deutlich, dass es der Eisenbahn-Zulieferindustrie jetzt und in den kommenden Jahren gut gehen wird und dass sie bis 2016 mit einem jährlichen Wachstum zwischen 2,5% und 3% rechnen kann. Wir gehen davon aus, dass das Marktvolumen dann insgesamt bei 111 Mrd. EUR liegen wird.“

„Weltweit wird das Ordervolumen für Hochgeschwindigkeitszüge bis
2016 pro Jahr etwa 2% bis 2,5% wachsen“, so Michael Clausecker. „Und bei den Dienstleistungen werden die Zuwächse ähnlich positiv aussehen. Wir sehen hier enorme Wachstumschancen, und die Produktionszahlen bei den Hochgeschwindigkeitszügen sollte man ganz besonders im Auge behalten, da sich hier in vieler Hinsicht eine echte Alternative zum Luft- oder Straßentransport bietet.“

Interessant an diesem Szenario ist nach Ansicht des Generaldirektors der UNIFE zudem, dass die Eisenbahn-Zulieferindustrie auch bei Wartungsaufträgen und Ersatzteilbestellungen gesunde Zuwächse erwarten kann. Bei 70% der Bestellungen handele es sich um den Austausch alter Waggons und Lokomotiven. Im Bereich Infrastruktur gehe es bei den Aufträgen sogar zu 80% um die Erneuerung alter Materialien und Techniken. „Klar ist“, so Clausecker, „dass der Markt für Waggons und Lokomotiven in den neuen Industrieländern starke Zuwächse verzeichnen wird.“

Besonders deutlich werde diese Entwicklung in den osteuropäischen Ländern sein. „In diesem Segment und in diesem Markt wird es bis 2016 Wachstumsraten von fast 7% geben.“ Danach rangieren die Märkte des Mittleren Ostens und Afrikas mit einem jährlichen Wachstum von 6%, gefolgt vom asiatisch-pazifischen Raum mit einem Zuwachs von 5,5%.

„Die Studie liefert viele Details zu wichtigen Markttrends“, so Martin Streichfuss. „Verstädterung, eine sich wandelnde Weltwirtschaft, die Nachfrage nach mehr Mobilität und natürlich die Sorge und Verantwortung für die Umwelt sind belegbare Ergebnisse der Untersuchung. Die NAFTA ist derzeit der zweitgrößte Markt, zu dem die europäische Eisenbahn-Zulieferindustrie Zugang hat. Durch die neuen Mega-Städte in Fernost und im asiatisch-pazifischen Raum wird diese Region den NAFTA-Markt aber bis 2016 leicht überflügeln.“

„Wenn es eine einfache Kernbotschaft aus dieser Studie gibt“, so Michael Clausecker, „dann ist es, dass das Eisenbahnwesen nicht nur hinsichtlich der Produktionszahlen eine weltweite Renaissance erfährt, sondern dass wir auch in technologischer Hinsicht eine faszinierende Wiedergeburt erleben.“

Eine Kurzdarstellung der „UNIFE Worldwide Rail Market Study“ ist als Download unter www.unife.org verfügbar. Über diese Website ist der komplette Bericht zudem käuflich zu erwerben.

Über UNIFE

Der Verband der europäischen Eisenbahnindustrien (UNIFE) vertritt die führenden europäischen Eisenbahn-Zulieferfirmen aus dem Bereich der Konstruktion, Herstellung, Wartung und Sanierung von Eisenbahn-Transportsystemen, Teilsystemen und damit verbundenen technischen Ausrüstungsgegenständen. Dem Verband gehören auch assoziierte Mitglieder an, die sich überwiegend aus den Verbänden der nationalen Eisenbahnindustrien zusammensetzen.

Aufgabe von UNIFE ist es, die Interessen der Verbandsmitglieder auf der Ebene europäischer und internationaler Institutionen zu vertreten. Das erklärte Ziel von UNIFE ist es, eigeninitiativ ein Marktumfeld zu bereiten, in dem UNIFE-Mitglieder wettbewerbsfähige Bahnsysteme für den wachsenden Eisenbahnverkehr bereitstellen können.

Über Roland Berger Strategy Consultants
Roland Berger Strategy Consultants, 1967 gegründet, ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Mit 35 Büros in 24 Ländern ist das Unternehmen erfolgreich auf dem Weltmarkt aktiv. Mehr als 2.000 Mitarbeiter haben 2007 einen Umsatz von rund 600 Mio. EUR erwirtschaftet. Roland Berger Strategy Consultants ist eine unabhängige Partnerschaft im ausschließlichen Eigentum von rund 170 Partnern.

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Sebastian Deck presseportal

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