Herzinfarktrisiko nimmt ab – Diabetesrisiko nimmt zu

Die absolute Zahl der Herz-Kreislauferkrankungen – nach wie vor Todesursache Nummer eins in Deutschland – wird wegen der fortschreitenden Überalterung der Bevölkerung in Zukunft eher zu- als abnehmen. Relativ gesehen gibt es allerdings auch eine gute Nachricht: Das Herzinfarktrisiko ist in den letzten Jahren aufgrund medizinischer Fortschritte in der frühzeitigen Behandlung zurückgegangen. Bei Diabetes und seinen Ursachen sieht es hingegen weniger erfreulich aus: So hat im Laufe der Jahre einer der wichtigsten Risikofaktoren, das Übergewicht, immer mehr zugenommen.

Dies gilt vor allem für jüngere Frauen, weshalb bei ihnen mit einem vermehrten Auftreten von Folgeerkrankungen wie Typ 2 Diabetes mellitus und seiner Vorstufen gerechnet werden muss. Auf dieses Ergebnis weist das GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit anlässlich des heutigen Tages der Gesundheitsforschung hin und bezieht sich dabei auf Daten, die das KORA – Herzinfarktregister der GSF in Augsburg seit 1984 sammelt und auswertet.

Seit über zwanzig Jahren erforscht das GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit Ursachen, Häufigkeit und Verlauf von Herzkreislaufkrankheiten in der Region Augsburg. Dies erfolgte zunächst in repräsentativen Querschnittsstudien und einem bevölkerungsbasierten Herzinfarktregister während der zehnjährigen Beteiligung am MONICA-Projekt der Weltgesundheitsorganisation WHO. Seit 1996 führt die GSF diese Studien im Rahmen der Kooperativen Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) weiter. Die an mittlerweile mehr als 20.000 Herzinfarktpatienten erhobenen Daten erlauben modellhaft für Deutschland aufschlussreiche Aussagen zur aktuellen Herzinfarktsituation für die 25- bis 74-jährige Bevölkerung. Das Herzinfarktregister wird vom Bundesministerium für Gesundheit mitfinanziert.

Mit ihren Langzeitstudien an ca. 18.000 erwachsenen Augsburgern verfolgen die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann bei KORA vor allem einen prospektiven Ansatz: In deutschlandweiter Kooperation mit epidemiologischen und klinischen Partnern fahnden sie nach den wichtigsten genetischen und nicht-genetischen Risikofaktoren für Herzkreislauf-Krankheiten, Diabetes und andere häufige Erkrankungen. „Die KORA – Plattform mit ihrer umfangreichen Datenbasis sowie ihren für spätere Analysen eingelagerten Blutproben bietet uns einzigartige Möglichkeiten, einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsforschung in Deutschland zu leisten“, so Wichmann anlässlich des diesjährigen Tages der Gesundheitsforschung. So wird in diesem Jahr im Zuge der Zweituntersuchung eine ausgewählte Gruppe von Einwohnern der Region Augsburg nicht nur in Hinblick auf die klassischen Risikofaktoren untersucht. Zusätzlich gehören diabetische Frühformen, Lungen-, Haut- und Schilddrüsenerkrankungen zum Untersuchungsprogramm.

Kontakt zur GSF- Pressestelle:
GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
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Michael van den Heuvel idw

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