Die Nerven bewahren – Nabelschnurblut-Stammzellen lindern Schlaganfallfolgen

Die Verabreichung von Vorläuferzellen aus Nabelschnurblut macht die körperlichen Ausfallerscheinungen nach einem Schlaganfall rückgängig. Das ist das Ergebnis von tierexperimentellen Studien der Universität Leipzig, die gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Neurologische Forschung in Köln und der Nabelschnurblutbank Vita34 durchgeführt wurden. Bereits 29 Tage nach Eintritt des Schlaganfalls hatten die behandelten Ratten ihre Beweglichkeit und ihre körperlichen Fähigkeiten zurückerlangt. Die Studie wurde jetzt im Wissenschaftsmagazin „German Medical Sciences“ veröffentlicht.

Bei den behandelten Tieren handelte es sich um Ratten, die ähnlich wie übergewichtige oder stark rauchende Menschen besonders anfällig für einen Schlaganfall sind. Die Tiere wurden zunächst einem Trainingsprogramm unterzogen, um die körperliche Leistungsfähigkeit vor und nach dem Schlaganfall vergleichen zu können. In den Untersuchungen zeigte sich, dass nur Tiere, die eine Nabelschnurblutinfusion erhalten hatten, ihre Fähigkeiten zurückerlangten.

„Anhand von Markierungsverfahren konnten wir nachweisen, dass menschliche Zellen in das Grenzgebiet zwischen dem gesunden und dem zerstörten Hirnareal wandern“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Frank Emmrich, Direktor des Instituts für klinische Immunologie und Transfusionsmedizin. „Der therapeutische Effekt beruht nach unserer Einschätzung vor allem darauf, dass die Stammzellen Botenstoffe ausschütten und so die Nervenzellen schützen beziehungsweise ihre Reorganisation unterstützen.“

Der Schlaganfall gehört mit rund 80.000 Todesfällen jährlich zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. „Unsere Studie zeigt nicht nur, dass eine Stammzelltherapie mit Nabelschnurblut funktioniert, sondern dass sie auch medizinisch machbar ist“, so der Arzt Dr. Eberhard Lampeter, Vorstandschef der Nabelschnurblutbank Vita34. „Da man im Anwendungsfall Zeit braucht, um die Stammzellen bereitzustellen, war das Nabelschnurblut erst acht bis zehn Stunden nach dem Schlaganfall verabreicht worden. Das ist eine realistische Zeitspanne, wenn wir über die Behandlung von Menschen reden.“

Die Ergebnisse der Studie, die vom Bundesministerium für Forschung und Bildung, dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit und Vita34 unterstützt wurde, werden jetzt in einem Großtiermodell untersucht. Das ermöglicht zum ersten Mal weltweit die Behandlung von Tieren mit körpereigenen Stammzellen.

Die Vita34 AG und ihre amerikanische Schwestergesellschaft CorCell Inc. sind Pioniere in der Aufbereitung und Langzeitlagerung von menschlichen Stammzellen. Vita34 und CorCell beschäftigen rund 100 Mitarbeiter in Deutschland und den USA.

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Frank Schott Universität Leipzig

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