Neues Verfahren zur Behandlung von Brustkrebs

PARP-Inhibitoren sollen gesunde Zellen schonen

Wissenschafter des Institute of Cancer Research haben ein neues Verfahren zur Behandlung von in der Familie liegenden Brustkrebserkrankungen entwickelt. Ein experimentelles Medikament bekämpft Tumore, die mit den beiden fehlerhaften Genen BRCA1 und BRCA2 in Zusammenhang stehen. Die Forscher gehen davon aus, dass dieser PARP-Inhibitor für gesunde Zellen weniger giftig ist als eine herkömmliche Chemotherapie. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature veröffentlicht.

Das Team um Alan Ashworth entwickelte ein Medikament, das direkt auf die Tumorzellen abzielt und keine Auswirkungen auf die normalen Zellen haben soll. Damit sollen die unerwünschten Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Übelkeit und Haarausfall vermieden werden. Brustkrebs tritt bei Frauen auf, die über Gendefekte bei BRCA1 oder BRCA2 verfügen, da die Tumorzellen einen spezifischen Mechanismus verloren haben, der die DNA repariert. PARP-Inhibitoren finden und zerstören alle Zellen, die diesen Reparaturmechanismus verloren haben. Laut Ashworth handelt es sich dabei um einen ganz neuen Behandlungsansatz, der sich ein spezielles Defizit von Krebszellen zu nutze macht.

Bisher wurde das Medikament laut BBC nur im Labor getestet. Weitere Sicherheitstests sollen im Juni beginnen. Sind diese Untersuchungen erfolgreich, sollen klinische Tests mit Patienten folgen. Ashworth hält es für denkbar, dass PARP-Inhibitoren auch für die Behandlung von anderen ähnlichen Brustkrebsformen eingesetzt werden können. Diese Erkrankungsformen sind für rund eine Fünftel aller Erkrankungen verantwortlich. Die in Zusammenarbeit mit KuDOS Pharmaceuticals durchgeführte Studie wurde durch Breakthrough Breast Cancer, Cancer Research UK, The Wellcome Trust und die Mary-Jean Mitchell Green Foundation finanziert.

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Michaela Monschein pressetext.austria

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