4 Mrd. Euro Marktvolumen für Beschaffungsdienstleister

BME-Studie ermittelte erstmals das Potenzial für Deutschland

Das Gesamtmarktvolumen für Beschaffungsdienstleistungen in Deutschland liegt derzeit bei etwa 4,2 Mrd. Euro – und damit deutlich höher als bisher angenommen. Geschätzter erwirtschafteter Nutzen 2003: 2,3 Mrd. Euro. Das hat eine erstmals für Deutschland definierte Studie ergeben. Die Bedeutung von Einkaufsdienstleistern steigt – sie werden immer öfter komplette Leistungsbereiche abdecken und damit Wertschöpfungsreserven heben können, die den heutigen erwirtschafteten Nutzen um das Zehnfache übersteigen.

Das Problem: Das Heer von Beschaffungsdienstleistern wächst schnell. Es gibt kaum Marktübersichten und keine Kriterien für zuverlässige Bewertung bzw. Auswahl. Der BME holt darum Einkäufer und Dienstleister in der fachlichen Sektion „Beschaffungsdienstleister“ an einen Tisch.

Erster Schritt des Verbandes: die gemeinsam mit Accenture, h&z Unternehmensberatung, Chemfidence, Portum und Oracle erarbeitete Studie „Beschaffungsdienstleister in Deutschland“. Qualifizierte Zuarbeit lieferten auch das ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München und das Pierre Audin Conseil (PAC), München.

Ergebnisse im Einzelnen:

– Geschätztes Gesamtmarktvolumen (2003): 4,2 Mrd. Euro
– Geschätzter erwirtschafteter Nutzen (2003): 2,3 Mrd. Euro
– 73 % der Umsätze entfallen auf Category Management Services (warengruppenspezifische Beschaffungsdienstleistungen)
– 14 % des Umsatzes entfallen auf System-Implementierungsaufgaben
– 7 % des Umsatzes entfallen auf Application Software (Anwendungssoftware und softwarenahe Dienstleistungen wie Wartung)
– Jeweils 3 % des Umsatzes entfallen auf Outsourcing von Beschaffungsprozessen und/oder Systemen sowie auf Managementberatung (beispielsweise strategische Beschaffung oder Reorganisation).

Trends:

– In den meisten Angeboten kalkulieren Dienstleister die Wirtschaftlichkeit ihrer Leistung primär auf Basis sinkender Einstandskosten für Waren/Dienstleistungen. Folgt man diesem Ansatz, ließen sich schätzungsweise 75 % bis 80 % aller Einkaufsgüter als möglicher Gegenstand für die weitere Stiftung von Mehrwert begreifen.
– Gelänge es, die Kosten des adressierten Beschaffungsvolumens nur um 3 % zu senken, könnte bei einer durchschnittlichen Rentabilitätszeit von 1,8 Jahren schon heute eine Wertschöpfungsreserve von 23 Mrd. Euro freigesetzt werden.
– Ausbau bei warengruppenspezifischen Beschaffungsdienstleistungen: Bereiche Logistik, Facility Management, Personalbeschaffung, Business Travel Management, Flottenmanagement, Vertrieb und Marketing, Arbeitsmittel und Ersatzteile; Neue Bereiche: Entsorgung, Verpackung, Druck.

Die nächsten Ziele der BME-Sektion:

„Der BME will mehr Struktur und Übersichtlichkeit in den Markt für Beschaffungsdienstleister bringen, um Wettbewerbsbedingungen und Wachstum zu verbessern – und damit Mitgliedern und Kunden das gemeinsame Wirtschaften zu erleichtern“, sagt BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt. Dazu gehöre es beispielsweise, klare Kriterien für die Auswahl von Beschaffungsdienstleistern zu definieren.

Bezug der Studie (25 Seiten, 95 Euro), inklusive Anbieterübersicht: Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. E-Mail: info@bme.de

Media Contact

Sabine Ursel Bundesverband Materialwirtschaft

Weitere Informationen:

http://www.bme.de

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