Wettbewerb bei Energieversorgern verschärft sich dramatisch

Auf die Energieversorgungsbranche kommen in den nächsten Jahren bewegte Zeiten zu. Laut einer Studie des Managementberatungsunternehmens Accenture wird sich der Konkurrenzkampf enorm verschärfen. Von derzeit rund 1.100 Strom- und Gasnetzen und über 900 Energieversorgern würden bis 2015 rund 50 Prozent der Netzbetreiber bzw. etwa 25 Prozent der Energieversorger verschwinden. Im Privatkundensegment seien maximal zehn Strommarken dazu im Stande, sich am Markt etablieren zu können.

Aus der Studie geht hervor, dass die Wechselrate von einem Anbieter zum nächsten unter Privatkunden von einem Prozent zwischen 1999 und 2006 auf fünf bis zehn Prozent bis 2015 steigen wird. Resultat seien Konsolidierungen, Börsengänge und Finanzbeteiligungen in der umkämpften Branche. Tiefgreifende Auswirkungen wird die Anfang 2009 in Kraft tretende Anreizregulierung nach sich ziehen. Diese soll die Preise für die Netznutzung senken und regulieren. Der Wettbewerb um die private Energieversorgung wird sich durch Erlösobergrenzen – vergeben durch die Bundesnetzagentur – für die Netzbetreiber automatisch verschärfen.

Kooperationen und Zukäufe innerhalb der Branche werden in Zukunft drastisch erhöht. Accenture rechnet unter den 1.100 Netzbetreibern mit durchschnittlich zwei Fusionen pro Woche. Eine solche Anzahl würde die Besitzverhältnisse beinahe undurchschaubar erscheinen lassen. Folglich werden die Konzerne eigenständige Geschäftsmodelle und breitere Produktpaletten anbieten müssen, um sich am Markt differenzieren zu können. Bei Strom- und Gaszählern ist die Einführung neuer, intelligenterer Technologien abzusehen. Dadurch soll es möglich werden, dem Kunden angepasste Tarife anzubieten, die sich an der Netzauslastung orientieren.

Unterschiedliche Risiko- und Renditeerwartungen würden in den Bereichen Erzeugung, Verteilung und Vertrieb verschiedene Investorentypen anlocken. Bis 2015 hätten knapp 30 Betreiber einen Finanzinvestor. Vereinzelt sind Börsengänge im Bereich des Möglichen. Schwerwiegendste Preistreiber werden der Studie zufolge die generell hohen Energiepreise und Klimaschutzbestrebungen sein. Entsprechend würde sich der Markt auch immer weiter auf erneuerbare Energien verlagern. In Zukunft gebe es kaum noch Häuser, die nicht eigenständig Energie erzeugen würden.

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Manuel Haglmüller pressetext.deutschland

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