Neues Greifswald Moor Centrum bündelt Expertise für Moorfragen lokal und weltweit

Das Jelnia-Moor in Belarus Foto: Annett Thiele

Das Greifswald Moor Centrum basiert auf 200 Jahren interdisziplinärer landschaftsbezogener Wissenschaft mit Schwerpunkt Moor in Greifswald. Es stärkt und verstetigt als integrative Dachmarke alle moorbezogenen Aktivitäten am Standort Greifswald.

Träger sind das Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die Michael Succow Stiftung, das Institut für Dauerhaft Umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde DUENE e. V. und die Peatland and Nature Conservation International Library (PeNCIL). Das GMC koordiniert zudem die weltweit größte Datenbank zu Verbreitung und Zustand der Moore. Für den Zeitraum 2015 – 2020 setzt das GMC folgende Schwerpunktthemen für Forschung und Wissenstransfer:

• Reduktion von Treibhausgas-Emissionen aus Mooren und ökosystembasierte Anpassung
• Biodiversität: Schutz und Revitalisierung von Mooren und ihren Habitaten weltweit
• Nachhaltiges Wirtschaften: Paludikultur und innovative Finanzierungsinstrumente wie
Kohlenstoffzertifikate

Der Öffentlichkeit präsentiert sich das Greifswald Moor Centrum erstmals auf der „Grünen Woche“ vom 21. bis zum 26. Januar am Stand 106/Halle 4.2 der Messe Berlin (Messedamm 22, 14055 Berlin). Eine Übersicht über Forschungsprojekte weltweit, wissenschaftliche Publikationen sowie Angebote zur Aus- und Weiterbildung zum Thema Moor bietet die neue Website des Greifswald Moor Centrum unter http://www.greifswaldmoor.de.

Hintergrund

Moore nehmen nur drei Prozent der Landfläche der Welt ein, enthalten aber in ihren Torfen zweimal mehr Kohlenstoff als die gesamte Biomasse aller Wälder der Erde. Wenn ein Moor entwässert wird, tritt Sauerstoff in den Torf ein, CO2 und oft auch N2O werden emittiert. Die entwässerten Moore, lediglich 0,3 Prozent der Landfläche der Welt, verursachen fast fünf Prozent der weltweiten anthropogenen CO2-Emissionen.

In Deutschland nehmen entwässerte Moore sechs Prozent der Landwirtschaftsfläche ein und verursachen 38 Prozent aller Emissionen aus der gesamten Landwirtschaft, einschließlich N2O aus Düngung sowie N2O und CH4 aus Tierhaltung. In einem moorreichen Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern sind entwässerte Moore die größte Einzelquelle für Treibhausgase.

Neben ihrer Klimawirksamkeit haben Moore eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt: Moore bieten einzigartige Lebensräume für Arten, die sich an die feuchten und speziellen Bedingungen angepasst haben und sind oft die letzten naturnahen Refugien für seltene und bedrohte Arten. Nasse und wiedervernässte Moore erbringen zahlreiche weitere ökologische Leistungen für die Gesellschaft, beispielsweise den Rückhalt von Schadstoffen und die Regulierung des Lokalklimas sowie des Wasserhaushalts.

Bei der herkömmlichen landwirtschaftlichen Nutzung von Mooren werden die Grundwasserstände abgesenkt, es kommt zu Torfsackung und -schwund und produktives Land geht großflächig verloren. Paludikultur ist die nasse Bewirtschaftung von Mooren und schließt traditionelle Verfahren der Moorbewirtschaftung ein, beinhaltet aber vor allem die Entwicklung und Umsetzung neuer Verfahren der stofflichen und energetischen Verwertung von Moor-Biomasse.

Weitere Informationen
Greifswald Moor Centrum http://www.greifswaldmoor.de/
Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald
http://www.botanik.uni-greifswald.de/
Michael SuccowStiftung zum Schutz der Natur http://www.succow-stiftung.de/
Institut für Dauerhaft Umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde DUENE e. V. http://www.duene-greifswald.de/
Peatland and Nature Conservation International Library (PeNCIL)
http://www.succow-stiftung.de/newsletter01_2013.html

Das Jelnia-Moor in Belarus
Foto: Annett Thiele
Das Foto kann für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen. Download: http://tinyurl.com/ogk58l8

Ansprechpartnerin
Dr. Franziska Tanneberger
c/o Michael Succow Stiftung
Ellernholzstraße 1/3, 17489 Greifswald
Telefon 03834 83542-10
info@greifswaldmoor.de

Media Contact

Jan Meßerschmidt idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz

Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Der innovations report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Klimaschutz, Landschaftsschutzgebiete, Ökosysteme, Naturparks sowie zu Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

VibroCut: Schwingungsunterstützte Zerspanung

… sorgt für weniger Verschleiß und kürzere Bearbeitungszeiten. Wer sich im produzierenden Gewerbe erfolgreich behaupten möchte, muss seine Teilefertigung kontinuierlich optimieren. Viele der üblichen Optimierungsmaßnahmen sind in der industriellen Serienfertigung…

Mehr Leistung für die Laserkommunikation im All

Sie fliegen hoch über unseren Köpfen und sind für unsere global vernetzte Welt unabdingbar: Satelliten. Um ihre Daten untereinander sowie mit Bodenstationen auszutauschen, haben sie lange Zeit mit Funkwellen gearbeitet….

CO2-Entnahme aus Atmosphäre für Klimaschutz unverzichtbar

CDRmare-Jahrestagung legt Fokus auf meeresbasierte Methoden. Die Zeit drängt: Weltweit mahnt die Forschung, dass es bald kaum noch möglich sein wird, den menschengemachten Klimawandel soweit aufzuhalten, dass die international vereinbarten…

Partner & Förderer