Wissenschaftsrat gibt grünes Licht für die "Aurora Borealis"

Heute hat der Wissenschaftsrat den Bau eines weiteren Großgeräts durch die Helmholtz-Gemeinschaft grundsätzlich befürwortet. Dabei geht es um ein Forschungsschiff mit einer weltweit einmaligen technischen Ausstattung, den Eisbrecher „Aurora Borealis“. Zur Klärung noch offener technischer Fragen sollen sechs Millionen Euro sofort bereitgestellt werden, empfiehlt der Wissenschaftsrat.

Die treibende Kraft hinter dem Antrag, der dem Wissenschaftsrat zur Begutachtung vorgelegen hatte, war Professor Dr. Jörn Thiede, Direktor des Alfred-Wegener-Instituts, dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Um das aufwändige „Pendeln“ zwischen den Polargebieten zu vermeiden, brauchen die Polarforscher zusätzlich zu dem bekannten Forschungsschiff „Polarstern“ einen zweiten Eisbrecher, der auf dem neuesten Stand der Technik ist. Die Aurora Borealis wird als mobile Forschungsplattform mit einer Tiefseebohranlage an Bord sowie mehreren Laboratorien ausgestattet sein, außerdem können ferngesteuerte und autonome Tiefseefahrzeuge vom Schiffsrumpf aus ins Wasser gelassen werden und den Meeresboden erkunden. Damit wird die „Aurora Borealis“ als erstes Forschungsschiff der Welt ganzjährig den Arktischen Ozean befahren und Tiefseebohrungen auch unter dem Meereis vornehmen können.

„Wir freuen uns über das positive Votum des Wissenschaftsrats. Die Aurora Borealis ist eine technische Herausforderung, die uns wichtige neue Erkenntnisse bringen wird: Denn bislang fehlen exakte ganzjährige Messungen in den Polarregionen der Erde, so dass unsere Modelle des Klimawandels noch unvollständig sind. Besonders Messungen in der Arktis tragen aber dazu bei, den Klimawandel für die Nordhalbkugel besser vorherzusagen“, so Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Nun müssen wir gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und internationalen Partnern nach Wegen suchen, das rund 350 Millionen teure, weltweit einmalige Großprojekt möglich zu machen.“

Große Teile des arktischen Tiefseebodens sind auch heute noch nicht erforscht und auch die sensiblen Ökosysteme mit ihrem großen Artenreichtum sind erst ansatzweise verstanden. Die Polarregionen spielen außerdem eine Schlüsselrolle im Klimageschehen. Denn der globale Klimawandel ist in der Arktis besonders stark zu spüren: Die Jahresmitteltemperatur der Arktis hat sich in den vergangenen Jahrzehnten fast doppelt so schnell erhöht wie in der übrigen Welt. Und durch die zunehmende Gletscherschmelze gelangt mehr Süßwasser ins Nordpolarmeer. Dies beeinflusst nicht nur den Meeresspiegel, sondern auch die ozeanische Zirkulation, die tropische Wärme mit dem Golfstrom in die nördliche Hemisphäre transportiert. Dies wirkt sich auf das Klima in Europa aus.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Media Contact

Thomas Gazlig Helmholtz-Gemeinschaft

Weitere Informationen:

http://www.helmholtz.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz

Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Der innovations report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Klimaschutz, Landschaftsschutzgebiete, Ökosysteme, Naturparks sowie zu Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Durchleuchten im Nanobereich

Physiker der Universität Jena entwickeln einen der kleinsten Röntgendetektoren der Welt Ein Röntgendetektor kann Röntgenstrahlen, die durch einen Körper hin­durchlaufen und nicht von ihm absorbiert werden, aufnehmen und somit ein…

Wer hat das Licht gestohlen?

Selbstinduzierte ultraschnelle Demagnetisierung limitiert die Streuung von weicher Röntgenstrahlung an magnetischen Proben.   Freie-Elektronen-Röntgenlaser erzeugen extrem intensive und ultrakurze Röntgenblitze, mit deren Hilfe Proben auf der Nanometerskala mit nur einem…

Mediterrane Stadtentwicklung und die Folgen des Meeresspiegelanstiegs

Forschende der Uni Kiel entwickeln auf 100 Meter genaue Zukunftsszenarien für Städte in zehn Ländern im Mittelmeerraum. Die Ausdehnung von Städten in niedrig gelegenen Küstengebieten nimmt schneller zu als in…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close