Wenn Akkus der Saft ausgeht, wird Schrott zu Geld gemacht

Innovative Idee zur sicheren Wiederverwertung von Batterien schont Umwelt und Unternehmenskasse

Eine nahezu emissionsfreie Verwertung von Altbatterien ermöglicht die Accurec Recycling GmbH in neuartigen Hochvakuum-Öfen. In diesen Anlagen können Akkus auf bis zu 850 Grad erhitzt werden, um zum Beispiel Kunststoffe abzutrennen, ohne dass Abgase entweichen. Der luftleere Ofen stellt damit eine besonders umweltfreundliche Alternative zu bisherigen Trennverfahren für Batterien dar. „Unser flexibles Recyclingverfahren ermöglicht die Verwertung unterschiedlicher organischer und anorganischer Inhaltsstoffe mit minimalem Schadstoffausstoß und geringem Energieverbrauch“, erläutert Accurec-Geschäftsführer Dr.-Ing. Reiner Weyhe. Für die sehr wirtschaftlich sortenrein getrennten Metalle können heute gute Preise am Markt erzielt werden. Doch war in der Startphase der nachhaltigen Geschäftsidee eine Anschubfinanzierung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Höhe von knapp 400.000 Euro erforderlich.

„Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ – ganz so einfach ist das nicht!

Auch ohne Netz laufend unter Strom zu stehen, ist für den modernen, mobilen und motorisierten Lebensstil unerlässlich geworden. Handys und Laptops, Digitalkameras und vielleicht schon bald auch Autos mit Hybridantrieb werden von Metallhydrid-Akkus mit Energie versorgt. Doch irgendwann geht selbst dem leistungsstärksten Akku der Saft aus. Mit der Entsorgung über den Fachhandel oder die Batterie-Sammelstellen beginnt die Rückgewinnung der im Innern der bunten Hülsen enthaltenen Metalle Nickel, Blei, Silber, Kupfer, Kobalt, Zink, Mangan und Eisen. Doch um diese hochwertigen Ressourcen nutzen zu können, müssen sie zunächst aufwändig getrennt werden. Sorgen bereiteten dabei bislang entweichende Umweltgifte in herkömmlichen Anlagen.

Mit einer Entscheidung aus Brüssel wurde eine Lösung des Problems noch dringender

Erhöht wurde der Druck, eine Lösung für dieses Problem zu finden, durch eine Entscheidung des EU-Ministerrates. Dieser beschloss eine Richtlinie über das teilweise Verbot von Nickel-Cadmium-Batterien, die bislang noch in vielen Haushaltsgeräten vom Akkuschrauber bis zur Zahnbürste zu finden sind. Ersetzt wurde deshalb das schwermetallhaltige Kraftpaket in den meisten Fällen durch einen Metallhydrid-Akku. Dieser elektrochemische Speicher kommt ohne das krebserzeugende Cadmium aus, stellte aber für die Entsorgungswirtschaft eine schwere Nuss dar, die es zu knacken galt. So sind die hierin enthaltenen Metalle nur schwer abzuspalten. Doch „die Lösung ist immer einfach, man muss sie nur finden“ – gemäß diesem Zitat des russischen Schriftstellers Alexander Solschenizyn, welches die Firma Accurec auf ihrer Internetseite wiedergibt, entstand mit finanzieller Unterstützung der DBU eine intelligente Pilotanlage: Akkus werden hier sauber in ihre Komponenten zerlegt, die wirtschaftlich wieder nutzbar sind.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt: Accurec Recycling GmbH,
Dr.-Ing. Reiner Weyhe, Telefon: 0208-781173, Telefax: 0208-781174
E-Mail: reiner.weyhe@accurec.de, Internet: www.accurec.de

Media Contact

Franz-Georg Elpers DBU-Presseteam

Weitere Informationen:

http://www.accurec.de http://www.dbu.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz

Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Der innovations report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Klimaschutz, Landschaftsschutzgebiete, Ökosysteme, Naturparks sowie zu Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Hochleistungs-Metalloptiken mit Lothar-Späth-Award 2021 ausgezeichnet

Fraunhofer IOF und HENSOLDT Optronics entwickeln optisches Teleskop zur Erforschung des Jupitermondes Ganymed. Forscher des Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sind gemeinsam mit ihrem Partner für die Entwicklung…

Chemiker designen „molekulares Flaggenmeer“

Forschende der Universität Bonn haben eine molekulare Struktur entwickelt, die Graphit-Oberflächen mit einem Meer winziger beflaggter „Fahnenstangen“ bedecken kann. Die Eigenschaften dieser Beschichtung lassen sich vielfältig variieren. Möglicherweise lassen sich…

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Batterie der Zukunft

Kompetenzcluster für Festkörperbatterien „FestBatt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht in die zweite Förderphase – Koordination durch Prof. Dr. Jürgen Janek vom Gießener Zentrum für Materialforschung – Rund 23…

Partner & Förderer