Studie 2004 zum Umweltbewusstsein in Deutschland

Die Deutschen räumen dem Umweltschutz – trotz Hartz IV und Gesundheitsreform – weiter hohe Priorität ein: 92 Prozent halten einen wirksamen Umweltschutz für wichtig, 82 Prozent sprechen sich dafür aus, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen als nachwachsen, und 97 Prozent bewerten den Klimaschutz als wichtige politische Aufgabe. Dies sind Ergebnisse der vom Sozialwissenschaftler Professor Dr. Udo Kuckartz vom Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführten „Studie Umweltbewusstsein in Deutschland 2004“.

Die am Mittwoch von Bundesumweltminister Trittin vorgestellte Untersuchung belegt, dass das Umweltbewusstsein stabil hoch ist und die Besorgnisse der Bevölkerung eher zugenommen haben. Die Deutschen machen sich wieder größere Sorgen um die Umwelt. So glauben nun 58 Prozent der Befragten, dass wir auf eine Umweltkatastrophe zusteuern, wenn wir so weitermachen wie bisher. Zwei Drittel sind beunruhigt, wenn sie daran denken, unter welchen Umweltverhältnissen spätere Generationen leben werden.

Das Gefahrenbewusstsein für Umweltrisiken ist im Vergleich zu 2002 gestiegen: Von einer Mehrheit der Befragten (53 Prozent) werden nun auch die Risiken eines globalen Klimawandels als persönlich äußerst oder sehr gefährlich eingeschätzt. Die stärksten Ängste rufen nach wie vor die Risiken der Atomtechnologie hervor. 59 Prozent der Befragten stufen Atomkraftwerke und den entstehenden radioaktiven Müll als äußerst oder sehr gefährlich ein, 6 Prozent mehr als in der Umfrage 2002.

Neben vielen aus Sicht des Umweltschutzes positiven Ergebnissen bringt die neue Studie auch Problemfelder an den Tag. Als problematisch erweist sich insbesondere der Bereich Verkehr/Mobilität: So nimmt die Bedeutung des Automobils als meistgenutztes Verkehrsmittel im Nahverkehr und in der Freizeit weiter zu. Gleichzeitig spricht sich eine wachsende Mehrheit der Bevölkerung für verkehrspolitische Maßnahmen aus, die den Autoverkehr zurückdrängen.

Wachsender Flächenverbrauch zählt hierzulande zu den großen Umweltproblemen. Doch gehört das Haus im Grünen weiter zu den Wunschträumen der Mehrheit. Für 37 Prozent ist es allerdings attraktiv, in einer autofreien Siedlung zu leben.

Die Unzufriedenheit mit dem Umfang der Umweltberichterstattung in den Medien ist gewachsen. Inzwischen ist die Hälfte der Bevölkerung der Meinung, dass die Medien eher zu wenig über Umweltprobleme berichten.

Seit 1996 wird die Studie zum Umweltbewusstsein im Zwei-Jahres-Turnus durchgeführt. Für die aktuelle Umfrage wurden im Frühjahr 2004 insgesamt 2018 Bürger befragt. Schwerpunkt war in diesem Jahr das Thema „Lebensqualität und Umweltbewusstsein“.

Professor Dr. Udo Kuckartz erreichen Sie telefonisch unter (06421) 28 23024 sowie per E-Mail an: kuckartz@staff.uni-marburg.de

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Thilo Körkel idw

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