Der Schwarzspecht – Indikator intakter Waldökosysteme?

Die Deutsche Wildtier Stiftung veranstaltet zusammen mit dem Saarländischen Zentrum für Biodokumentation am 5. und 6. November in Saarbrücken ein Symposium, in dessen Mittelpunkt der Schwarzspecht und die Frage nach seiner Funktion als Indikator intakter Waldökosysteme stehen. Der Saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf hat die Schirmherrschaft zu dieser Veranstaltung übernommen.

Der Schwarzspecht ist die größte heimische Spechtart. Er ist eine Schlüsselart im Wald, da er als einziger Baumhöhlen großer Dimension zimmert. Diese sind jedoch Lebensvoraussetzung für zahlreiche bedrohte Höhlenbewohner, wie z.B. Schellente, Raufußkauz und Siebenschläfer. Darüber hinaus zerkleinert der Schwarzspecht bei der Nahrungssuche morsches Totholz und beschleunigt so den im Nährstoffkreislauf des Waldes wichtigen „Recyclingprozess“ des Holzes. Dies geschieht durch holzzersetzende Pilze, für die der Schwarzspecht durch Anhacken der Borke den Weg bereitet.

Für den Bau seiner Höhlen benötigt der Schwarzspecht jedoch dicke und astfreie Bäume. Er bevorzugt daher über 100 – 120 jährige Buchen, aber auch Kiefern und andere Altbäume mit mindestens 35 cm Durchmesser im Höhlenbereich. Hieraus ergibt sich oftmals auch das Spannungsfeld mit der Forstwirtschaft, die Bäume ab dieser Größe für die Holzproduktion nutzt und damit dem Specht keine Bäume mit ausreichendem Stammdurchmesser mehr anbietet.

Ziel des Symposiums ist daher die gemeinsame Erarbeitung von Empfehlungen für eine spechtfreundliche Waldbewirtschaftung sowie einen effektiven Höhlenbaumschutz mit Vertretern aus Forstwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Politik. Die Veranstalter wollen Lösungswege aufzeigen, wie moderne Forstwirtschaft zum Schwarzspechtschutz beitragen kann.

Nähere Informationen zur Veranstaltung können bei der Deutschen Wildtier Stiftung, Billbrookdeich 210, 22113 Hamburg (Tel. 040 / 73339331) oder per Mail unter Schwarzspechtsymposium@DeWiSt.de angefordert werden. Anmeldeschluss ist der 22.10.2004.

Kontakt Deutsche Wildtier Stiftung:
Sven Holst, Geschäftsführer
Billbrookdeich 210
22113 Hamburg
Telefon: 040 / 73 33 93 32
Fax: 040 / 7 33 02 78
E-Mail: Presse@DeWiSt.de
www.presse.DeutscheWildtierStiftung.de
Bankverbindung: HSH Nordbank
Spendenkonto 380519010
BLZ 200 500 00

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Sven Holst idw

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