12.000 Tiere und Pflanzen bedroht

Bioinvasoren gefährden auch entlegene Gebiete

Der offizielle Katalog der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten ist um weitere 2.000 Arten auf weltweit 12.000 Spezies erweitert worden. Das berichtet die World Conservation Union IUCN in ihrer jüngsten Aussendung. Besonders kritisch sieht es in den entlegensten Gebieten der Erde aus. Dort bedrohen artfremde, eingeschleppte Spezies die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Nach Berechnungen der IUCN sind seit dem Jahr 1500 762 Tier- und Pflanzenarten ausgestorben. Weitere 58 Spezies konnten nur als kultivierte Arten oder in Gefangenschaft überleben. Die Liste der derzeit gefährdeten Arten gibt Achim Steiner, Direktor der IUCN, mit 12.259 Spezies an. Gründe für das Schwinden der Arten liegen in erster Linie in der biologischen Invasion nicht heimischer Tiere und Pflanzen. Besonders gefährdet sind Inseln wie etwa Ascension, St. Helena, Tristan da Cunha und die Falkland Inseln im südlichen Atlantischen Ozean. Wie schon in den vergangenen Jahren sind auch die heimischen Pflanzen Hawaiis wieder durch Bioinvasoren stark unter Druck. „Gebiete wie die Galapagos Inseln, die Seychellen oder Hawaii sind aufgrund ihrer einzigartigen Fauna und Flora so schön. Die Diversität von verschiedenen endemischen Lebewesen ist ein wesentlicher Bestandteil“, so Steiner. Die Galapagos Inseln sind durch Schnecken, Ziegen und nicht-heimische Feuerameisen extrem bedroht.

Steiner räumt zwar ein, dass verschiedene Schutzprogramme einige Arten vor dem Verschwinden geschützt haben. Dennoch wird die Zahl der gefährdeten Arten immer größer. In Asien ist etwa der Mekong-Flusswels, der bis zu drei Meter lang wird, gefährdet, im Mittelmeer ist der Delfin vom Aussterben bedroht. Die meisten Vögel und andere Landtiere sind in Indonesien, Indien, Brasilien, China und Peru gefährdet. Die Biodiversität von Pflanzen ist am meisten in Ecuador (mehr als 1.100 Pflanzen stehen auf der Roten Liste), Malaysia, Indonesien, Brasilien und Sri Lanka bedroht.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.iucn.org

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