Verwendung giftiger Stoffe eingeschränkt

Deutschland uebernimmt drei Europäische Richtlinien zum Chemikalienrecht

Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung der „Siebten Verordnung zur Änderung chemikalienrechtlicher Verordnungen“ zugestimmt. Damit werden drei Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates in deutsches Recht umgesetzt. Die Verwendung mehrerer umweltgefährlicher Stoffe wird zukünftig eingeschränkt: von Arsen, dem blauen Textilfarbstoff „Navy Blue“ und von Flammschutzmitteln.

Arsen ist krebserzeugend. Von Holz, das zum Schutz gegen Fäulnis mit Kupfer-Chrom-Arsen behandelt wurde, können daher Gefahren für den Menschen ausgehen. Besonders gefährdet sind Kinder, die wiederholt mit Spielplatzgeräten Hautkontakt haben, die mit diesen Stoffen behandelt wurden. Die europäische Richtlinie 2003/2/EG vom 6. Januar 2003 beschränkt daher das Inverkehrbringen und die Verwendung arsenhaltiger Holzschutzmittel.

Vor einigen Jahren wurde in Deutschland der blaue Textilfarbstoff „Navy Blue“ als neuer Stoff nach dem Chemikaliengesetz angemeldet. Die Bewertung der Umweltrisiken ergab, dass dieser Azofarbstoff giftig auf Lebewesen im Wasser wirkt. Deutschland hat sich daher für ein EU-weites Verbot zum Schutz der Meeresumwelt eingesetzt. Die Maßnahmen wurden mit der Richtlinie 2003/3/EG vom 6. Januar 2003 umgesetzt.

Die Richtlinie 2003/11/EG vom 6. Februar 2003 beschränkt das Inverkehrbringen und die Verwendung bestimmter Flammschutzmittel. Pentabromdiphenylether ist ein solches Mittel, mit dem vornehmlich Polyurethanschaum in Möbeln und Polsterungen ausgerüstet wird. Dieser Stoff birgt die Gefahr ernster Gesundheitsschäden, wenn er über einen längeren Zeitraum eingeatmet wird oder mit der Haut in Berührung kommt. Zudem werden möglicherweise Säuglinge ueber die Muttermilch geschädigt. Penta- und Octabromdiphenylether sind persistente (langlebige) Stoffe, die nur schwer in der Umwelt abbaubar sind. Wegen der sehr guten Fettlöslichkeit reichern sich beide Stoffe ueber die Nahrungskette im Fettgewebe an.

Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.

Media Contact

Michael Schroeren BMU

Weitere Informationen:

http://www.bmu.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz

Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Der innovations report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Klimaschutz, Landschaftsschutzgebiete, Ökosysteme, Naturparks sowie zu Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Eiskernprojekt beendet zweite Antarktis-Saison erfolgreich

Bohrprojekt Beyond EPICA erreicht eine Tiefe von 808 Metern im antarktischen Eisschild. Die zweite Antarktis-Saison des Eiskern-Bohrprojekts Beyond EPICA – Oldest Ice wurde erfolgreich abgeschlossen. Das internationale Forschungsprojekt wird von…

Mobilfunksystem für die zuverlässige Fernsteuerung von Drohnen

Unterbrechungsfreie Datenübertragung für unbemannte Flugkörper. Drohnen sind immer häufiger auch außerhalb der Sichtweite der steuernden Person unterwegs. Jedoch eignen sich konventionelle Fernsteuerungen aufgrund ihrer Reichweitenbegrenzung nicht für solche Flüge. Einfache…

Energetischer Quartiersumbau für bezahlbares Wohnen

Im Großprojekt »smood® – smart neighborhood« arbeiteten in den vergangenen Jahren unter wissenschaftlicher Beteiligung von Fraunhofer 16 Unternehmen, vier Forschungseinrichtungen und ein Verein an der Zukunft der energetischen Sanierung: Vom…

Partner & Förderer