Integrierte Modelle für die Erosion von Landflächen

Das Weltklima befindet sich derzeit in einem rapiden Wandel. Hohe Sommertemperaturen in der Arktis, schwere Regenfälle in Europa und Überschwemmungen in Asien sind Anzeichen, die Besorgnis für die Umwelt aufkommen lassen. In einem neuen Projekt des Zentrums für Ökologie und Hydrologie (CEH) im britischen Huntington werden derzeit Klimaveränderungen untersucht und umfassende Modelle für die Erforschung der Erosion und Desertifikation von Landflächen miteinander verglichen.

Das CEH wendet die HAPEX-Sahel-Messungen an, die eine Zeitserie von Strömungen und Basisdaten für Prognosen zum Klimawandel liefert. Diese Messungen werden herangezogen, um zu einem Verständnis für die Ursachen und den Grad von Landerosionsvorgängen und anhaltenden Dürreperioden zu gelangen. Sie wurden außerdem benutzt, um herauszufinden, wie das Klima auf die ’Veränderung’ der Landfläche in semiariden Regionen reagiert. Ein weiteres Ziel ist die Gewinnung von Erkenntnissen darüber, wie sich Veränderungen von Meerwassertemperaturen bzw. Landflächen auf den Mittelmeerraum und die Sahel-Regionen auswirken.

Drei der wichtigsten Weltklimamodelle in Europa (und eines aus den USA) sowie zwei regionale Klimamodelle werden derzeit vom CEH verwendet und miteinander verglichen. Anhand einer Landflächen-Datenbank werden EFEDA- und HAPEX-Sahel-Feldexperimente die sechs genannten Landflächenmodelle sowohl unter natürlichen als auch landwirtschaftlichen Aspekten kalibriert und getestet. Sie werden verwendet, um zu beobachten, wie sich Klimaveränderungen auf die Vegetation und die Böden dieser Regionen auswirken.

Darüber hinaus führte das CEH Energiebilanzmessungen an den Böden unter verschiedenen klimatischen Bedingungen in Verbindung mit umfassenden Topografie- und räumlichen Daten sowie Fernerkundungsdaten durch. Das Ergebnis war eine Reihe von Landflächen-Klassifikationen und Desertifikations-Szenarien. Gegenwärtig kombiniert das CEH diese Klimamodelle mit Modellen für die Meeres-Oberflächentemperatur und Verteilungen aus extrem nassen und trockenen Jahren. Die Landfläche spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung des Ausmaßes und der örtlichen Verteilung der Regenfälle.

Nach Überzeugung des CEH ist eine intensive Nutzung der HAPEX-Sahel-Datenbank in Klima- und Atmosphärenmodellen von der korrekten Beschreibung und Kenntnis der Landflächen durch Verwendung exakter Kartierungen abhängig. Erreicht werden kann dies mit Satellitenbildern und aufbereiteten Datensätzen, die quantifizierbare und regionale Veränderungen der Landfläche wiedergeben.

Das Projekt zur Klimaüberwachung erweitert nicht nur unser Wissen über die Klimaschwankungen, sondern hilft auch bei der Verbesserung der bestehenden Klimamodelle. Forschung und Bewusstsein gewährleisten einen sichereren Weg für den Umgang mit klimatischen Veränderungen in denjenigen Teilen von Europa, die von Erosion und Desertifikation bedroht sind.

Kontakt

HARDING, Richard John

Natural Environment Research Council
Centre For Ecology And Hydrology
Maclean Building, Crowmarsh Gifford
OX10 8BB
Wallingford
UNITED KINGDOM
Tel: +44-1491-692240
Fax: +44-1491-692424
E-Mail: rjh@ceh.ac.uk

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