Seesterne zerstören Riffe im Pazifik

Tausende Dornenkronen fressen Korallenriffe in der Südsee kahl

Nährstoffeintrag von Menschenhand zerstört die Korallenriffe von oben, eine weitere tödliche Gefahr droht aber aus der Tiefe: Dornenkronen-Seesterne (Acanthaster plancii) mit mehr als 20 Armen fressen die Korallenriffe im Pazifik kahl. Das berichtet die Guam Pacific Daily News in ihrer jüngsten Ausgabe.

„Schon in den 60-er Jahren haben die Dornenkronen 90 Prozent der Riffe von Guam vernichtet“, so Victor Bonito von der Guam University. Damals wurden mehr als 30 Kilometer Rifflandschaft völlig demoliert. Nur jene Riffgebiete in denen starke Strömungen und Brandungen waren, blieben vom gefräßigen Räuber verschont, denn Seesterne bevorzugen ruhige Küstenabschnitte. Insgesamt wurden von der Bevölkerung damals 63.000 Seesterne gefangen und getötet. „Auch heuer haben sich die Seesterne wieder extrem vermehrt“, so Bonito.

Die Tiere leben in Kolonien, die zwischen 50 und 500 Tiere umfassen. Ihr starkes Gift ist auch für den Menschen gefährlich. Biologen wie Charles Birkeland von der University of Hawaii sehen zwischen dem Auftreten der Seesterne und dem Nährstoffeintrag durch Menschenhand aber einen kausalen Zusammenhang: die Küstengewässer sind durch Abwässer und andere Nährstoffe der ideale Brutboden für die Seesterne, die bis zu 65 Mio. Eier produzieren können. Entlang erodierter Böden und Abwasserkanäle können viele Dornenkronen überleben.

In den 70-er Jahren haben auch andere Inseln unter den Dornenkronen gelitten, so die Fidschi-Inseln, Mikronesien und das Große Barrier-Riff in Australien. Zehn Jahre nach der Invasion der Dornenkronen hatten sich die Riffe wieder relativ gut erholt. „Intensiver Landbau und die Verwendung von Düngemitteln sind generell schlecht für das Wachstum der Riffe“, so der Biologe. Birkeland entwickelte die Theorie, dass heftige Niederschläge zu einem besonders raschen Anstieg der Dornenkronen führt, da sich die Böden der Inseln auswaschen und das Wasser dann zu den Riffen hin abrinnt.

Ansprechpartner für Medien

Wolfgang Weitlaner pte.online

Weitere Informationen:

http://www.guampdn.com

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