Naturschutz – eine Herausforderung für Entwicklungsländer


Neue Veröffentlichung vom Bundesamt für Naturschutz und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit

Bonn, 5. Juli 2000: Naturschutz stellt seit Beginn der 1990er Jahre ein wichtiges Arbeitsgebiet der deutschen Entwicklungszusammenarbeit dar. Über 150 Projekte fördern den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt, wobei die Projekte vom südafrikanischen Krüger-Nationalpark über die ostmongolische Steppe bis in die von der indigenen Bevölkerung bewohnten Regenwälder Ecuadors reichen. Ein soeben erschienenes, vom Bundesamt für Naturschutz zusammen mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH herausgegebenes Buch stellt erstmals umfassend Vorgehensweisen und Ansätze eines modernen Naturschutzmanagements im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit vor: „Naturschutz in Entwicklungsländern. Neue Ansätze für den Erhalt der biologischen Vielfalt.“

Täglich sterben Tier- und Pflanzenarten aus, von denen die meisten weder entdeckt noch wissenschaftlich beschrieben sind. Dieser Artenschwund ist besonders drastisch in Entwicklungsländern, in denen die biologische Vielfalt um ein Vielfaches höher ist als in den Industriestaaten. Naturschutz in Entwicklungsländern besitzt daher für den globalen Erhalt natur-naher Ökosysteme absolute Priorität. Drückende wirtschaftliche und soziale Probleme lassen es häufig jedoch nicht zu, dass Entwicklungsländer dem Naturschutz auch die Stellung zukommen lassen, die im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung notwendig wäre.

Die Bundesregierung unterstützt seit Beginn der 90-er Jahre Entwicklungsländer bei der Durchführung von Naturschutzvorhaben. Über 100 Millionen DM gibt Deutschland jährlich dafür aus. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit werden die Einrichtung und das Management von Schutzgebieten ebenso gefördert wie die nachhaltige Nutzung von Natur ausserhalb von Schutzgebieten. Das „Naturschutz in Entwicklungsländern“ macht den Versuch, die bisherigen Ansätze der deutschen Entwicklungszusammenarbeit umfassend erstmals aufzuzeigen und aktuelle Probleme und Lösungswege zu diskutieren.

Die Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit im Naturschutz sind vielfältig: Einrichtung von Treuhandfonds, Bioprospektion, Ökosponsoring, Organisationsentwicklung, Produktzertifizierung, Informationsmanagement, Ökotourismus, Bodenrecht und private Schutzgebiete sind nur einige Schlagworte, die die breite Palette von Themen beleuchten, die modernes Naturschutzmanagement heute verlangt. 37 Experten aus Naturschutz und Entwicklungszusammenarbeit haben zu diesem Standardwerk beigetragen, das von der Deutschen Gesellschaft für Technischen Zusammenarbeit (GTZ) GmbH gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) herausgegeben wurde. Das Buch ist eine Fundgrube für Informationen und Anregungen, wobei auch kritische und nachdenklich stimmende Beiträge keineswegs fehlen. Es zeigt, dass es im modernen Naturschutz nicht mehr ausreicht, einige Wildhüter auszurüsten und ihre Gehälter zu bezahlen, sondern dass es vielmehr um integrierte Ansätze von Naturschutz und Entwicklung geht. Das Buch macht aber auch deutlich, dass es im Naturschutz keine globalen Standardlösungen gibt. Es zeigt vielmehr moderne Lösungsansätze und Optionen auf, die teilweise sogar erst noch weiter zu entwickeln sind und will dazu beitragen, dass Naturschützer ihre Methoden und Instrumente effektiv einsetzen. Das Buch soll deshalb auch in Fortbildungen von BfN und GTZ eingesetzt werden.

Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) & Bundesamt für Naturschutz (BfN), Naturschutz in Entwicklungsländern. Neue Ansätze für den Erhalt der biologischen Vielfalt. – ISBN 3-925064-29-X. 296 Seiten, Hardcover, zahlreiche Fotos, Karten, Grafiken. Ladenpreis: 46,-DM. Erhältlich in jeder guten Buchhandlung oder direkt bei MAX KASPAREK Verlag, Mönchhofstr. 16, 69120 Heidelberg, Fax (06221) 471858, Email Kasparek@t-online.de.

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Franz August Emde

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Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

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