Was bedeutet "Gewässer in gutem ökologischen Zustand"?

Landwirtschaft und Gewässerschutz sind seit jeher eng verwoben. In den vergangenen Jahrzehnten sind EU-weit Maßnahmen für einen nachhaltigen Gewässerschutz initiiert worden.

Für den Gewässerschutz greifbare Ziele zu formulieren, fällt allerdings schwer. Und so lautet die aktuelle Richtschnur der EU-Länder, einen „guten ökologischen Zustand“ von Gewässern herzustellen. Doch was genau hat man darunter zu verstehen?

Ein Konsortium aus europäischen Forschungseinrichtungen und Universitäten hat nun das Ziel, einheitliche Bewertungssysteme für den Zustand von Gewässern und den Erfolg bereits durchgeführter Renaturierungsmaßnahmen zu entwickeln. Das Projekt nennt sich WISER „Water bodies in Europe: Integrative Systems to assess ecological status and recovery“ und wird 90 Datenbanken auswerten, die in den vergangenen Jahren europaweit erstellt wurden. Über den Zustand von Gewässern können beispielsweise Kriterien wie die Menge an Phytoplankton, Wasserpflanzen, wirbellosen Organismen oder Fischen Auskunft geben.

Für viele Gewässer-Ökosysteme gibt es nach Angaben von Professor Daniel Hering von der Abteilung Angewandte Zoologie/Hydrobiologie der Universität Duisburg-Essen, die das Projekt koordiniert, bereits gute Bewertungsmethoden. Doch insbesondere für Seen und Küstengewässer seien die Daten oft lückenhaft und die Kriterien in den Ländern nicht vergleichbar. Doch dies ist Voraussetzung für eine wirkungsvolle Gewässerschutzpolitik und sinnvolle Renaturierungsmaßnahmen. Denn was nützt es, wenn unter „gutem ökologischen Zustand“ jeder etwas anderes versteht und der Erfolg von Renaturierungsprojekten deshalb auch höchst unterschiedlich bewertet wird? Der Landwirtschaft kann es letztlich nur dienlich sein, wenn greifbare, einheitliche Kriterien auf dem Verhandlungstisch liegen, die auch ein einheitliches Verständnis der Interessenvertreter ermöglichen.

aid-Heft „Landbewirtschaftung und Gewässerschutz“, Bestell-Nr. 1494, Preis: 4,00 EUR, www.aid-medienshop.de

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Friederike Eversheim aid infodienst

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