UKM nutzt erstmalig in Deutschland voll-mobiles CT während neurochirurgischer Operationen

Prof. Dr. Walter Stummer (links) und Prof. Dr. Walter Heindel zeigen den Größenunterschied zwischen dem voll-mobilen CT und einem fest installierten Gerät.<br>

Das UKM geht neue Wege in der Computertomographie (CT): Seit wenigen Wochen muss nicht der Patient zum CT kommen, sondern das CT kommt zum Patienten – und das sogar während der OP. Seit diesem Sommer ist das erste voll mobile Mehrschicht-Spiral CT in den Operationssälen des UKM im Einsatz.

Diese bundesweite Premiere bietet für Patienten und Ärzte vor allem eines: Mehr Sicherheit. „Wir können das Gerät bei Bedarf direkt im Operationssaal nutzen. Riskante und zeitraubende Transporte zwischen OP und dem fest installierten CT in der Radiologie entfallen“, nennt Prof. Dr. Walter Heindel, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie, einen entscheidenden Vorteil des modernen Gerätes. Genutzt wird es am UKM bei neurochirurgischen Eingriffen am Kopf.

„Das mobile CT erlaubt eine Bildgebung noch beim offenen Schädel. Der Chirurg erhält so wichtige Informationen. Zum Beispiel kann geprüft werden, ob eine Tumorentfernung vollständig erfolgt ist oder ob es zu Komplikationen wie Durchblutungsstörungen gekommen ist.

„Diese Kontrolle erlaubt eine sofortige Korrektur ohne Verlust wertvoller Zeit“, unterstreicht Prof. Dr. Walter Stummer, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, den zweiten Vorteil des mobilen CTs. Die so genannte intraoperative Computertomographie ermöglicht eine höhere Präzision der Operation und erhöht somit die operative Sicherheit und Versorgungsqualität für den Patienten.

Denn noch mehr als bei anderen Disziplinen zählt in der Neurochirurgie jeder Millimeter: Schneidet der Chirurg zu weit, wird gesundes Hirngewebe zerstört, gleichzeitig soll das Tumorgewebe möglichst vollständig entfernt werden. Patienten profitieren von enger interdisziplinärer Zusammenarbeit Bei der Installation am UKM handelt es sich erstmalig um ein voll mobiles Gerät im OP. Das bedeutet, es kann in jedem OP-Saal eingesetzt werden.

„Das Gerät wird in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen der Radiologie und der Neurochirurgie betrieben, um eine höchstmögliche Qualität zu gewährleisten. Die Bilder werden sofort in das Kliniksystem eingespielt und stehen somit unmittelbar zur Verfügung“, erläutert Prof. Dr. Walter Heindel die Zusammenarbeit der Experten. Während des Eingriffs ist ein speziell geschulter Radiologieassistent im OP-Saal vor Ort. Die Radiologen selbst können zeitgleich mit ihren Kollegen im OP die Bilder an einem Bildschirm außerhalb des OPs beurteilen und telefonisch das weitere Vorgehen mit den Neurochirurgen abstimmen. Bisher kam die neue Technologie am UKM bei 30 Eingriffen zum Einsatz.

„Die Einführung des vollmobilen CT ist ein Meilenstein in der Patientenversorgung. Wir sind froh durch die gute Zusammenarbeit mit den Radiologen unseren Patienten die höchstmögliche Qualität und Sicherheit bei Eingriffen bieten zu können“, unterstreicht der Neurochirurg Prof. Dr. Walter Stummer.

Media Contact

Judith Becker Universitätsklinikum Münster

Weitere Informationen:

http://www.ukmuenster.de

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