Phasenkontrast-Bildgebung: Innovation aus der Physik begeistert Mediziner

Die Initiatoren Prof. Maximilian Reiser (Klinikum der LMU München) und Prof. Franz Pfeiffer (TU München) wollten mit diesem Symposium Medizin und Physik eng vernetzen und frühzeitig eine Plattform für den Austausch etablieren. Gefördert wurde die Veranstaltung neben namhaften Medizin- und Pharmafirmen vom DFG-Exzellenzcluster „Munich-Centre for Advanced Photonics“, dessen Vorstand die beiden Professoren angehören.

Beim Symposium informierten Physiker und Mediziner über das neue Verfahren und seine möglichen Verbesserungen, beispielsweise durch den Einsatz von brillanter Röntgenstrahlung. Außerdem diskutierten sie, wie die Strahlendosis begrenzt und wieweit sie gesenkt werden kann und trotzdem effektiv ist. Noch ist diese Technik vor allem in den Labors der Physiker zu Hause, sowohl die physikalischen Grundlagen wie die technischen Bauteile entwickeln. In enger Zusammenarbeit von Physikern und Medizinern wird das Verfahren derzeit Schritt für Schritt in die präklinische und klinische Forschung überführt.
„In den letzten beiden Jahren beobachten wir atemberaubende Innovationen auf dem Gebiet der Computertomographie. Für uns steht aber der Patient im Mittelpunkt. Methodische Verbesserungen sind nicht Selbstzweck, sondern müssen für die uns anvertrauten Patienten einen erkennbaren und möglichst messbaren Vorteil bieten“, lautet das Credo von Maximilian Reiser (Chef der Radiologie am Klinikum Großhadern und Dekan der Medizinischen Fakultät der LMU). Das Symposium habe seine diesbezüglichen Erwartungen mehr als erfüllt, es sei außerdem das erste seiner Art auf europäischer Ebene und habe eindrucksvoll gezeigt, dass sich in München die Keimzelle für eine internationale Forschergemeinde aus Physikern und Medizinern gebildet hat, die eng zusammen arbeiten.

Die Phasenkontrast-Bildgebung ist ein neuartiges Röntgenverfahren, das nicht wie herkömmliche Röntgengeräte nur die Absorption als Informationsquelle benutzt. Es kombiniert die Absorption mit der Verschiebung der Phase des Lichts beim Durchgang durch den Körper. Der Informationsgehalt ist ungleich höher: Die Absorption liefert genaue Bilder von den stark absorbierenden Knochen, der Phasenkontrast dagegen außerdem scharfe Bilder von den Strukturen des Weichteilgewebes. Das bietet den Medizinern einzigartige Möglichkeiten: In Zukunft können sie krankhafte Veränderungen wie die Entstehung von Tumoren, Gefäßverengungen oder krankhafte Knorpelveränderungen wesentlich früher als bisher erkennen und hoffentlich erfolgreicher behandeln. Zum Wohl der zukünftigen Patienten hoffen sie, außerdem die Strahlenbelastung damit deutlich senken zu können.
Ansprechpartner:
Dr. Thomas Hendel
Institut für Klinische Radiologie
Klinikum Großhadern
Pettenkoferstrasse 8a
80336 München
Tel.: +49 – (0)89 – 5160 9295
Fax.: +49 – (0)89 – 5160 9282
thomas.hendel@med.uni-muenchen.de

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Christine Kortenbruck idw

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