Prostata-Vorsorge sicherer mit Bluttest cPSA

Der Besuch beim Urologen ist bei Männern ungefähr genauso beliebt wie ausgedehnte Shopping-Touren mit der Ehefrau oder ein Nachmittag bei der Pediküre. Nur etwa jeder fünfte Herr der Schöpfung lässt sich nach einer Auswertung des Zentralinstituts für kassenärztliche Vorsorgung bei der Krebs-Früherkennung untersuchen. Dabei wird für Männer im "gefährlichen Alter" ab ca. 45 die Standard-Untersuchung (DRU) von den Kassen übernommen.

Der Besuch bei der Krebs-Vorsorge kann sogar lebensrettend sein. Eine rechtzeitige Behandlung von Hoden-, Prostata-, Darm- oder Hautkrebs erhöht die Heilungschancen enorm. Ist aber zum Beispiel die Prostata von Krebs befallen (die häufigste Krebsart beim Mann) und muss möglicherweise sogar entfernt werden, kann dies weitreichende Folgen für den Patienten haben: Probleme beim Wasserlassen oder Impotenz können mögliche Folgen sein.

Für 12.000 Prostatakrebs-Betroffene endet jährlich die Krankheit tödlich. Besonders tückisch: Bis zu zehn Jahre kann ein Prostatakrebs-Tumor im Körper eines Mannes schlummern, ohne Symptome hervorzurufen.

Dennoch sind anscheinend viele andere Gründe ausschlaggebend, warum sich die Betroffenen vor einer Untersuchung drücken wollen: Angst, Scham und Unsicherheit vor allem bei der unangenehmen DRU (digitale rektale Untersuchung). Dabei tastet der Arzt mit dem Zeigefinger die Prostata vom Enddarm aus ab.

Doch gerade bei kleinen oder tieferliegenden Karzinomen ist die Tastuntersuchung manchmal nicht ausreichend. Häufig wird deshalb die Tastuntersuchung durch die Bestimmung des so genannten prostata-spezifischen Antigens (PSA) ergänzt. Dazu wird Blut abgenommen und im Labor untersucht. Bei unauffälliger DRU müssen die entstehenden Kosten (ca. 23 Euro) allerdings vom Patienten selbst getragen werden.

PSA bezeichnet einen Eiweißstoff, der vom Körper bei einer Prostata-Erkrankung vermehrt ins Blut abgegeben wird. "Doch genau hierbei gilt es als Patient genau aufzupassen, wenn man einen aussagekräftigen Wert erhalten möchte. Denn PSA ist nicht gleich PSA", erklärt Dr. Hermann Butz, Experte bei Bayer HealthCare. Und wie bei allen Tests und Untersuchungen kommt es auf die verantwortungsvolle Deutung an. So setzt sich der herkömmliche PSA-Test (totales PSA) aus zwei unterschiedlichen Werten, dem so genannten komplexierten PSA (cPSA) und dem freien PSA (fPSA), zusammen.

Besonders das cPSA weist auf eine bösartige Prostata-Erkrankung hin. Wird der totale PSA-Wert bestimmt, entstehen gerade im Grenzwertbereich eher unklare Ergebnisse: Dr. Hermann Butz: "Eine neue, soeben in der renommierten Fachzeitschrift "Clinical Chemistry" veröffentlichte Studie hat bestätigt, dass der cPSA-Wert eine höhere Aussagekraft über bösartige Prostata-Erkrankungen liefert." Eine gute Nachricht, denn die herkömmlichen Bluttests haben zum einen einige gefährdete Patienten in der Nähe des Grenzwertes übersehen und zum anderen häufig zu unnötiger Beunruhigung der Patienten oder unnötigen Folgeuntersuchungen geführt.

Infokasten: Was muss ich für die Prostata tun?

  • Aller Anfang ist schwer: Spätestens ab einem Lebensalter von 45 Jahren sollte jeder Mann den Weg zum Urologen antreten. Wählen Sie sich einen erfahrenen Arzt Ihres Vertrauens aus.
  • Sie haben das Recht auf einen aussagekräftigen Wert im Sinne Ihrer Gesundheit. Neue Studienergebnisse belegen, dass der cPSA-Wert die zuverlässigeren Ergebnisse liefert. Lassen Sie gerade diesen Wert von Ihrem Arzt bestimmen, wenn nötig regelmäßig, um größtmögliche Aussagekraft zu erhalten.
  • Leider gibt es in der Vorsorge keine Einzeluntersuchung, die hundertprozentige Sicherheit gibt. Alle Tests, ob digitale rektale Untersuchung, PSA- bzw. cPSA-Bluttests oder weiterführende Untersuchungen, sind sich zum Teil ergänzende Werkzeuge. Wenn diese Werkzeuge richtig eingesetzt und interpretiert werden, kann auch Prostatakrebs rechtzeitig entdeckt werden. Wird ein Tumor rechtzeitig erkannt und ist auf die Prostata begrenzt, liegen die Heilungs-Chancen bei 85 bis 100 Prozent.

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