Erste Nationale VersorgungsLeitlinie zur chronischen Herzinsuffizienz

Unter http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/herzinsuffizienz steht die NVL jetzt als PDF-Dokument zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Seit 2006 haben 15 Experten aus 11 medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen sowie ein Patientenvertreter die NVL erarbeitet. Zu 16 Themenbereichen wurde das aktuelle medizinische Wissen systematisch aufbereitet. 127 Empfehlungen und Statements wurden auf dieser Grundlage ausgesprochen. Acht Themen wurden erstmalig in einer deutschen Leitlinie zur Herzinsuffizienz behandelt, darunter so wichtige Bereiche wie die Prävention und die Rehabilitation.

Herzinsuffizienz (Herzschwäche) gehört in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes steht die Diagnose bei Frauen an erster und bei Männern an vierter Stelle als Grund für einen Krankenhausaufenthalt. Die demographische Entwicklung und die verbesserten Überlebenschancen von Personen mit einem akuten Herzinfarkt oder Herzklappenerkrankungen können dazu führen, dass die Zahl der Patienten mit Herzinsuffizienz in den nächsten Jahrzehnten weiter ansteigt. Eine effiziente und zielgerichtete Versorgung dieser Patienten ist daher eine große Herausforderung an das Gesundheitssystem.

Dazu trägt die NVL Herzinsuffizienz bei. Sie umfasst das gesamte Krankheitsspektrum. Neben Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie finden auch Bereiche wie Komorbidität, multimorbide und geriatrische Patienten oder psychosoziale Aspekte ihre Berücksichtigung. Besonders wichtig ist der Abschnitt zur Versorgungskoordination, in dem Nahtstellen der Versorgung identifiziert und definiert werden.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien wird seit 2006 von der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften getragen. Ziel ist es, eine optimale fach- und sektorenübergreifende Versorgung chronischer Krankheiten über die gesamte Versorgungskette zu definieren, von der Vorbeugung bis zur Palliativversorgung.

Ansprechpartner:
Thomas Langer, langer@azq.de

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