Erste Implantation eines künstlichen Kehlkopfs beim Menschen

Professor Debry und sein Team von der HNO-Abteilung der Straßburger Universitätskliniken führten diese Operation im Juni 2012 an einem 65-jährigen männlichen Patienten durch, der an Kehlkopfkrebs erkrankt war.

In der ersten Phase des chirurgischen Eingriffs entfernte das Chirurgen-Team den Kehlkopf des Patienten und implantierte die erste Komponente des künstlichen Kehlkopfs – den Trachealring aus Titan.

Der zweite Schritt zum Einsetzen des künstlichen Kehlkopfs erfolgte wenige Wochen später – im November 2012. Eine abnehmbare Vorrichtung bestehend aus Ventilen wurde über den Mund des Patienten unter Vollnarkose in den Trachealring eingesetzt. Der künstliche Kehlkopf bildet so teilweise die natürlichen Funktionen des Kehlkopfs nach, sodass der Patient wieder über die oberen Atemwege atmen kann.

„Die Laryngektomie ist ein Verfahren, das seit 140 Jahren nicht verändert wurde“, sagte Maurice Berenger, CEO bei ProTip. „Diese erstmalig durchgeführte Operation eröffnet uns neue Wege zu einem chirurgischen Eingriff, der eine neue Quelle der Hoffnung für Patienten mit Kehlkopfkrebs darstellt. Auf diese Weise werden Patienten letztendlich nicht nur in der Lage sein wieder normal zu atmen, sondern auch normal zu sprechen und zu essen.“

Nach den ermutigenden Ergebnissen, die mit dem ersten Patienten erzielt wurden, werden ProTip und die Straßburger Universitätskliniken weiter an der Entwicklung dieser Technologie und dem entsprechenden chirurgischen Eingriff arbeiten, bevor diese Behandlungsmethode möglicherweise einem größeren Patientenkreis zur Verfügung gestellt werden kann. Zu diesem Zweck wird derzeit eine europaweite klinische Studie durchgeführt.

ProTip ist ein in Straßburg ansässiges Privatunternehmen der Medizinproduktebranche, das innovative Lösungen für Patienten mit Kehlkopffunktionsstörungen entwickelt. ProTip erhält erhebliche Unterstützung durch die französische öffentliche Investitionsbank OSEO (künftig Bpifrance) und die Region Elsass. Seit seiner Gründung geht ProTip Kollaborationen mit den Straßburger Universitätskliniken und INSERM zur Entwicklung des ersten künstlichen Kehlkopfimplantats namens ENTegral(R) ein.

Kontakte:
– Prof. Christian Debry, Universität Strassburg, France –
Mail: Christian.Debry@chru-strasbourg.fr
– PROTiP SAS, 8 Place de l'hôpital – 67000 Strasbourg, France –
Tel: + 33 3 88 10 01 40 – Mail: contact@protip.fr
Quellen:
Pressemitteilung des ALA – 07.10.2013 – www.ala.com/article.php?id=273
– European Hospital – 07.10.2013 – http://www.european-hospital.com/de/article/11205-Erste_Implantation_eines_k%C3%BCnstlichen_Kehlkopfs_beim_Menschen.html

Redakteur: Louis Thiebault, louis.thiebault@diplomatie.gouv.fr

Media Contact

Louis Thiebault Wissenschaft-Frankreich

Weitere Informationen:

http://www.wissenschaft-frankreich.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Kunststoffe – alles Müll?

»Open Lab« im Fraunhofer LBF gibt Einblicke in die Kunststoffforschung. Als erste Stadt in Deutschland erhielt Darmstadt vor 25 Jahren den Ehrentitel »Wissenschaftsstadt«. Auch das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit…

Zukunft der Ampel wird weiter erforscht

Das Forschungsprojekt „KI4LSA“, welches die Frage beantworten sollte, ob die Steuerung von Ampelanlagen mit künstlicher Intelligenz (KI) den Verkehrsfluss verbessern kann, bringt Fraunhofer im August 2022 zum Abschluss. Über 30…

Schmerzlinderung ohne Nebenwirkungen und Abhängigkeit

Forschende der FAU nutzen Adrenalin-Rezeptoren für hochwirksame Analgetika. Neuartige Substanzen, die Adrenalin- statt Opioid-Rezeptoren aktivieren, haben eine ähnliche schmerzlindernde Wirkung wie Opiate, jedoch keine negativen Folgen wie Atemdepression und Abhängigkeit….

Partner & Förderer