Biobanken im Kampf gegen Krebs unentbehrlich

Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden die ersten „Krebsgene“ beim Menschen entdeckt. Seither hat sich das Konzept von Krebs als einer Erkrankung der Gene fest etabliert. Mit Hilfe der Ergebnisse aus der Molekularbiologie hofft man, den Krebs besiegen zu können.

Allerdings hat sich gezeigt, dass Krebs eine komplexe Erkrankung ist, die durch Veränderungen (Mutationen) in mehreren Genen verursacht wird – sei es spontan – oder durch schädliche Umwelteinflüsse (z.B. Strahlung usw.) oder bestimmte Lebensgewohnheiten (z.B. Rauchen, ungesunde Ernährung usw.).

Um diese Krebs verursachenden genetischen Veränderungen zu identifizieren, die auch innerhalb derselben Krebsart sehr unterschiedlich sein können, sind Wissenschaftler in der modernen biomedizinischen Forschung auf die Analyse einer großen Anzahl qualitativ hochwertiger Proben in Biobanken angewiesen. Erst mit der Untersuchung einer ausreichenden Zahl an Proben derselben Krebsart lassen sich ihre molekularen Defekte entschlüsseln. Und genau dort setzt die Entwicklung einer gezielten und individuellen Behandlung der jeweiligen „molekularen“ Krebserkrankung an.

Mit fortschreitender Analysetechnik beherbergen die Biobanken und die daraus abgeleiteten Datensammlungen immer umfassendere sensible Informationen über die genetische Konstellation von Patienten oder Probanden. Deshalb dürfen Biobanken nur dann betrieben werden, wenn sichergestellt ist, dass diese Informationen nicht missbräuchlich verwendet werden können. Nur so ist es möglich, das Vertrauen zwischen Patient und Forschung zu erhalten.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sind die hochentwickelten Datenschutzkonzepte, die von Forschern unter dem Dach der TMF (Telematikplattform für die medizinischen Forschungsnetze e.V.) erarbeitet wurden, um die Gesundheitsdaten der Probanden vor unbe-fugtem Zugriff zu schützen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat durch die jahrelange finanzielle Förderung dieser TMF-Projekte Weitsicht bewiesen und schon frühzeitig die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Diese Datenschutzkonzepte haben mittlerweile Beispielcharakter und dienen vielen Forschungsprojekten und -verbünden als Grundlage für den Schutz von Patienten- und Probandendaten.

Die Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF) e.V.
Als Dachorganisation leistet die TMF einen wesentlichen Beitrag dazu, die Organisation und Infrastruktur der medizinischen Forschung in vernetzten Strukturen zu verbessern. Wer patientenorientierte Forschung an verteilten Standorten betreibt, steht vor Herausforderungen, die in der biomedizinischen Forschung noch relativ neu sind. Um gemeinsam diese organisatorischen, rechtlich-ethischen und technologischen Probleme zu identifizieren und zu lösen, haben sich zahlreiche Forschungsverbünde – darunter mehrere onkologische Forschungsnetze – in der TMF zusammengeschlossen. Bei den Mitgliedern der TMF handelt es sich um überregionale Netzwerke und vernetzt arbeitende Einrichtungen der medizinischen Forschung.
Weitere Informationen zur TMF:
www.tmf-ev.de
Ansprechpartner für die Medien:
Antje Schütt
Telefon: 030 – 31 01 19 56
E-Mail: antje.schuett@tmf-ev.de
Beate Achilles
Telefon: 030 – 31 01 19 51
E-Mail: beate.achilles@tmf-ev.de

Ansprechpartner für Medien

Antje Schütt idw

Weitere Informationen:

http://www.tmf-ev.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Pflanzen in Not – neue Hoffnung im Kampf gegen Pilzbefall

Pathogene Pilze können schwerwiegende Pflanzenkrankheiten verursachen. Damit gefährden sie entscheidend die globale Ernährungssicherheit und Pflanzenökologie. Prof. Dr. Gert Bange vom Zentrum für synthetische Mikrobiologie und dem Fachbereich Chemie der Philipps-Universität…

Verlässliche Umgebungswahrnehmung für Landmaschinen

DFKI startet mit AI-TEST-FIELD weiteres Agrar-Projekt. Intelligente Assistenzsysteme und hochautomatisierte Maschinen können die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft steigern. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) arbeitet in einem…

Mit Nanopartikeln gegen gefährliche Bakterien

Multiresistente Krankheitserreger sind ein gravierendes und zunehmendes Problem in der modernen Medizin. Wo Antibiotika wirkungslos bleiben, können diese Bakterien lebensgefährliche Infektionen verursachen. Forschende der Empa und der ETH Zürich haben…

Partner & Förderer