Wer mehr als acht Stunden schläft, lebt weniger lang

Kontroverse um Schlafstudie Wer mehr als acht oder aber weniger als sechs Stunden schläft, lebt weniger lang – dies zumindest ist der Schluss, den eine amerikanische Forschergruppe aus den Angaben von über einer Million Amerikanern gezogen hat. Am besten kommen in dieser Analyse diejenigen Personen weg, die durchschnittlich sieben Stunden schlafen. Erstaunlicherweise scheinen Schlafstörungen – vorausgesetzt, sie werden nicht während Jahren mit Schlafmitteln bekämpft – keine lebensverkürzende Auswirkung zu haben. Auf diese provokanten Folgerungen der neuen Arbeit hat die amerikanische Sleep Foundation umgehend mit einer Stellungnahme reagiert und mit den Resultaten einer eigenen Untersuchung gekontert.

Die amerikanische Schlafstiftung lobt an der Studie zwar, dass eine grosse Studienpopulation untersucht worden sei. Gleichzeitig jedoch bemängelt sie, dass die befragten Personen (alles Bekannte von Freiwilligen der American Cancer Society) die amerikanische Gesamtbevölkerung nur unzureichend widerspiegelten. Zudem werde die tatsächliche Schlafdauer unterschätzt – kurze Nickerchen tagsüber und Ausschlafen am Wochenende sind nämlich nicht eingerechnet. Personen mit chronischen Schlafproblemen («Insomnia») seien sodann oft depressiv oder litten an einer anderen Krankheit. Aus diesem Grund seien diese Patienten aber oft auf Schlafmittel angewiesen, deren Einnahme in der Studie mit einer erhöhten Mortalität einhergehe. Weiter seien Anfang der achtziger Jahre, zum Zeitpunkt der Befragung, ganz andere Substanzen als Schlafmittel zum Einsatz gekommen als heute.

Die Sleep Foundation ihrerseits betont die potenziell gefährlichen Aspekte des chronischen Schlafmangels. Auf Grund der Resultate ihrer eigenen Umfrage unter 1000 erwachsenen Personen schliefen nämlich ein Viertel der Erwachsenen in den USA – rund 47 Millionen Personen – zu wenig. Dadurch habe sich deren Verhalten grundlegend verändert – Übergewicht und Aggressivität im Straßenverkehr seien nur zwei Beispiele, die auf einen chronischen Schlafmangel zurückzuführen seien.

Media Contact

Neue Zürcher Zeitung

Weitere Informationen:

http://www.sleepfoundation.org/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neuer Wirkstoff aus Bakterien könnte Pflanzen schützen

Bakterien der Gattung Pseudomonas produzieren einen stark antimikrobiellen Naturstoff. Das haben Forschende des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) entdeckt. Sie wiesen nach, dass die Substanz sowohl gegen pflanzliche Pilzkrankheiten…

Entwicklung eines nachhaltigen Stromnetzes

Forschungsteam der TU Chemnitz arbeitet an einer nachhaltigen und smarten elektrischen Infrastruktur auf der Basis von Wasserstofftechnologien. Die Sächsische Aufbaubank (SAB) fördert das Projekt „HZwo: StabiGrid“ an der Technischen Universität…

Biokraftstoffe mit Strom boostern

Neues Verbundprojekt macht Herstellung von Biokraftstoffen effizienter. In einem zu Jahresbeginn gestarteten Projekt unter Koordination der Technischen Universität München (TUM) will ein Bündnis aus Forschungsinstitutionen und Unternehmen den ökologischen Fußabdruck…

Partner & Förderer