Plötzlich dem Herztod entronnen: erster ICD im Land implantiert


Uni-Kardiologie startet in Mecklenburg-Vorpommern neues Behandlungskonzept durch Implantation eines biventrikulären Kardioverters/Defibrillators (ICD)

Erstmals in Mecklenburg-Vorpommern wurde am 9. Juni 2000 in der Kardiologie der Klinik für Innere Medizin B unter der Leitung des neuen Klinikdirektors Prof. Dr. Stephan Felix ein neues innovatives Therapiekonzept angewandt. Es handelt sich mit dem sogenannten biventrikulären Kardioverter/Defibrillator (ICD) dabei um ein Gerät, das wie ein Schrittmacher implantiert wird und zwei wichtige Funktionen gleichzeitig erfüllen kann:

Zum einen bewahrt es durch eine lückenlose Überwachung und effektive Therapiemöglichkeiten entprechend bedrohte Patienten sicher vor dem sogenannten plötzlichen Herztod. Verursacht wird dieses fatale und zeitlich nicht vorhersehbare Ereignis durch nicht mit dem Leben vereinbare Herzrhythmusstörungen in der Regel auf der Grundlage einer schweren Herzerkrankung, oftmals verbunden mit einer deutlichen Herzschwäche. Schätzungen zufolge erliegen jährlich ca. 100000 Menschen dem plötzlichen Herztod – nach wie vor eine große Herausforderung an die Medizin.

Zum anderen hilft dieses Gerät bei der wirksamen Behandlung von Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche und damit einhergehender deutlich eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit bis hin zur Luftnot in Ruhe. Allerdings kommen für dieses Therapiekonzept nur Patienten in Frage, die zusätzlich zu ihrer sowieso schon vorhandenen Herzmuskelschwäche eine Störung der elektrischen Erregung der linken Herzkammer aufweisen. Durch diese Erregungsausbreitungsstörung zieht sich die linke Herzkammer irregulär, d. h. zeitlich versetzt zusammen – ein zusätzliches schweres Handicap für die betroffenen Patienten. Durch eine gleichzeitige Schrittmacherstimulation des rechten und linken Herzens läßt sich eine Synchronisation der Herzwandbewegungen erzielen. Bei kritischer Auswahl der geeigneten Patienten lassen sich dadurch beeindruckende Verbesserungen der Herzleistung erzielen, die dann auch für den einzelnen Patienten hinsichtlich einer deutlichen Steigerung seiner Leistungsfähigkeit spürbar werden kann.

Weitere Informationen über dieses oder auch andere Therapieverfahren der Greifswalder Universitätskardiologie erhalten Sie von
Prof. Dr. Stephan Felix, Klinik für Innere Medizin B, Universität Greifswald, Loeffler-Straße 23, 17487 Greifswald, Tel. 03834-86-6656, Fax 86-6657,
und von Oberarzt Dr. Bernhard Möx, Tel. 86-6607/86-6611,
e-mail: moex@uni-greifswald.de.

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Dr. Edmund von Pechmann

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