Caspase-I und Pankreas-CA


Moleküle für Tod und Erneuerung
Europäischer Pankreatologenpreis

Für ihre Arbeit »Inhibition of Caspase-Reduction proliferation rates in human pancreatic carcinoma cells« hat die Pankreasforschergruppe aus der Abteilung Allgemein- und Viszeral-Chirurgie der Universität Ulm Dr. Sophia Schlosser, PD Dr. Susanne Gansauge, PD Dr. Frank Gansauge und Abteilungsleiter Prof. Dr. Hans G. Beger) anläßlich der Tagung der Europäischen Pankreatologen in Kiel den diesjährigen Europäischen Pankreatologenpreis im Bereich der molekularen Grundlagenforschung erhalten.

Als Moleküle, die zum Abbau von Zellsubstanz beitragen, wurden Caspasen lange Zeit vor allem mit der Apoptose, dem genetisch programmierten Zelltod, in Verbindung gebracht. Die Ulmer Arbeitsgruppe konnte nun zeigen, daß eines dieser Moleküle, Caspase-I, auch in Zellen von Tumoren der Bauspeicheldrüse (Pankreas) zu finden ist – hier jedoch in Gesellschaft von Molekülen, welche die Neubildung (Proliferation) von Zellen anregen. Caspase-I scheint demnach nicht nur beim programmierten Zellabbau, sondern auch bei der Zellteilung eine tragende Rolle zu spielen: blockiert man in Pankreaskarzinomzellen die Caspase-I durch spezifische Hemmsubstanzen, kann die Zellteilung dieser Krebszellen verhindert werden. Für die Krebstherapie eröffnet diese Entdeckung möglicherweise die Perspektive, Caspase-I als Zielmolekül ins Visier zu nehmen.

Für die Ulmer Pankreasforschergruppe, die sich schwerpunktmäßig mit molekularen Veränderungen beim Pankreaskarzinom des Menschen beschäftigt, ist der Europäische Pankreatologenpreis nicht die erste fachliche Anerkennung. Ihre Studien wurden unter anderem 1995 mit dem Fred-Stephens-Award und im vergangenen Jahr mit dem Merckle-Forschungspreis ausgezeichnet. Das nun erneut prämiierte Projekt wird seit zwei Jahren von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

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Peter Pietschmann

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