Bereits geringer Alkoholkonsum beeinflusst das Immunsystem

Spanische Wissenschaftler konnten in einer aktuellen Studie eine Verbindung zwischen geringem, regelmäßigen Alkoholkonsum und Allergien nachweisen.

Die Forscher um Prof. Dr. Dr. Arturo Gonzáles-Quintela vom Universitätsklinikum in Santiago fanden heraus, dass bereits moderates Trinken mit einer Erhöhung des Blutserumspiegels von Immunglobulin E (IgE) verknüpft ist. Die IgE-Antikörper der Immunabwehr sind bei allergischen Reaktionen maßgeblich beteiligt. Beeinflusst werden die IgE-Spiegel von der genetischen Veranlagung, dem Kontakt mit Allergie auslösenden Stoffen und einigen Umweltfaktoren.

Bereits in vorangegangenen Untersuchungen habe man festgestellt, dass Alkoholiker erhöhte IgE-Werte aufweisen, erläuterte Gonzáles-Quintela. In der neuen Studie mit insgesamt 460 Patienten habe man sich jedoch erstmals auf den Konsum geringer Alkoholmengen konzentriert, die zum „normalen“ Verbrauch unterhalb der Missbrauchgrenze gerechnet werden. 260 der getesteten Personen verbrauchten im Durchschnitt 30 Gramm Alkohol pro Woche, die restlichen 200 galten als abstinent. Von allen 460 Patienten wiesen 71 Prozent eine atopische Veranlagung auf, das heißt, eine Veranlagung zur Überempfindlichkeit der Haut und der Schleimhäute gegenüber Umweltstoffen. Davon waren 78 Prozent gegen Hausstaubmilben allergisch.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass ein regelmäßiger Konsum von mehr als 70 Gramm Alkohol pro Woche (das entspricht etwa einem kleinen Glas Bier täglich) bereits zu erhöhten IgE-Werten führt. Gonzáles-Quintela legte aber Wert darauf, festzustellen, dass aus dieser ersten Studie noch nicht auf ein höheres Risiko für die Entwicklung von Allergien durch moderaten Alkoholgenuss geschlossen werden dürfe, und ebenso wenig, dass Alkohol von allergischen Patienten ganz gemieden werden sollte. Dazu hänge der Einfluss auf das Immunsystem von zu vielen Faktoren ab. Man benötige erst noch weitere Forschungsergebnisse, um dies klären.

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