Medikamente aus Lauch

Knoblauch gilt als wahrer Tausendsassa der Naturheilkunde: Regelmäßiger Verzehr hilft gegen erhöhte Cholesterinwerte und senkt so das Risiko gefährlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem hemmt die geruchsintensive Zehe das Wachstum von Bakterien, stärkt das Immunsystem und soll sogar Darmkrebserkrankungen vorbeugen. Ob auch andere Lauchgewächse pharmazeutisch wirksam sind, untersuchen Wissenschaftler am Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Bonn. Das Projekt wird von der Volkswagenstiftung mit 337.000 Euro unterstützt; die Wissenschaftler konzentrieren sich auf die Region Mittelasien/Kaukasus.

Hochschuldozent Dr. Michael Keusgen und sein Team richten ihren Blick damit auf eine Pflanzenfamilie, deren Vertreter schon seit Menschengedenken als Arznei, Gewürz oder Gemüse verwendet werden – die segensreichen Wirkungen des Knoblauchs waren bereits Aristoteles und Plinius bekannt. Über die in Südwestasien bis in die mittelasiatischen Berggebiete verbreiteten Lauchgewächse weiß man jedoch nur wenig; die Wissenschaft vermutet hier viele Arten, die entsprechend pharmazeutisch genutzt werden könnten.

Die Wissenschaftler konzentrieren sich vor allem auf die Republiken Georgien, Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan. Verläuft ihre Suche erfolgreich, könnten ihre Ergebnisse sogar der landwirtschaftliche Anbau ausgewählter Pflanzen in diesen Regionen initiieren, wodurch sich zu dem Vorteil einer gesundheitsfördernden Ernährung die Erschließung neuer Einnahmequellen gesellen würde. Parallel zur Bestandsaufnahme, Analyse der Inhaltsstoffe und Kultivierung wollen die Forscher die einheimische Bevölkerung nach ihrem Wissen über diese Arten befragen.

An dem auf drei Jahre angelegten und von der Volkswagenstiftung mit 337.000 Euro unterstützten Projekt sind neben den Bonner Pharmazeuten und dem Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben Arbeitsgruppen aus den mittelasiatischen Staaten Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan sowie aus dem kaukasischen Georgien beteiligt.

Ansprechpartner für die Medien: Dr. Michael Keusgen, Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Bonn, Tel.: 0228/73-2676, Fax: 0228/73-3250, E-Mail: m.keusgen@uni-bonn.de

Media Contact

Frank Luerweg idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Sensorlösung prüft Elektrolythaushalt

Optischer Mikroringsensor zur quantitativen Bestimmung von Elektrolyten. Elektrolyte sind entscheidend für den Wasserhaushalt und die Flüssigkeitsverteilung im menschlichen Organismus. Da sich die geladenen, im Blut gelösten Teilchen in ihrem komplexen…

Individualisierte Fingergelenksimplantate aus dem 3D-Drucker

Mehr Beweglichkeit durch KI: Die Remobilisierung von Fingergelenken, die durch Erkrankungen oder Verletzungen beeinträchtigt sind, ist ein Zukunftsmarkt der bedarfsgerechten Versorgung von Patientinnen und Patienten. Das Konsortium »FingerKIt«, in dem…

Vom Klimagas zum industriellen Rohstoff

Statt CO2 in die Atmosphäre zu entlassen, wo es den Klimawandel weiter antreibt, kann es auch als Rohstoff dienen: Etwa für industriell benötigte Substanzen wie Ameisensäure oder Methanol. Auf Laborebene…

Partner & Förderer