Frühgeburten: Ärzte warnen vor falschen Hoffnungen

280 Gramm schweres Neugeborenes bei bester Gesundheit

Experten kritisieren die Berichterstattung über das Frühchen Madeline, die bei Eltern falsche Hoffnungen über die Erfolgsaussichten für Frühgeburten entstehen lassen könnte, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Madeline wurde mit nur 280 Gramm in der 27. Woche vor 14 Jahren geboren und ist heute ein gesundes junges Mädchen. Aber nur rund 40 Prozent der Neugeborenen, die in der 23. Woche geboren werden, überleben, da ihre Gehirne, Eingeweide und Lungen zu unreif sind, um sich zu entwickeln.

In der 27. Lebenswoche jedoch sind die Organe der Babys genug gereift und 90 Prozent überleben und nur wenige leiden an schweren Behinderungen. Als Madeline 1989 in Chicago geboren wurde, war sie das kleinste Neugeborene, das jemals überlebt hat. Ihre Mutter litt unter der Schwangerschaftsstörung Präeklampsie, die dem Kind wesentliche Nährstoffe entzog. So wurde Madeline in der 27. Woche geboren und wog gleich viel wie drei Stück Seife. Jonathan Muraskas, der bei Geburt von Madeline geholfen hat und auf der Universitätsklinik Maywood, Illinois, arbeitet, sagte, dass ihre Überlebenschancen bei ihrer Geburt bei 60 Prozent lagen. Neugeborene, die mit dramatischem Untergewicht geboren werden, neigen dazu an vielen Krankheiten wie zerebrale Lähmungen, Blindheit oder Lernprobleme zu erkranken.

Heute, im Alter von 14 Jahren ist Madeline gesund, berichten Muraskas und seine Kollegen im New England Journal of Medicine. Sie ist zwar klein für ihr Alter mit 136 Zentimetern verglichen mit dem Durchschnitt von 163 Zentimetern, aber sie ist auf der High-School unter den besten 20 ihres Jahrganges. „Ihre Entwicklung ist ein Wunder“ sagte Muraskas. Dennoch kritisieren andere Forscher die Berichterstattung über Madeline, unter anderem die Kinderärztin Saroj Saigal von der McMaster Universität in Ontario. Sie warnt, dass der Bericht einen falschen Eindruck vermittelt, dass auch extreme Frühgeburten und untergewichtige Babys oft überleben und gesund und glücklich werden. Saigal glaubt, dass die Erwartungen von Eltern und Ärzten auf Frühgeburten-Studien basieren sollten. In einer der Studien wurden rund 160 Babys, die zwischen 1.000 und 500 Gramm wogen, untersucht. Die Wissenschaftler haben dabei herausgefunden, dass mehr als die Hälfe während ihrer Adoleszenz an ernsthaften intellektuellen Schwierigkeiten leiden werden.

Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren gibt es mittlerweile viele medizinischer Fortschritte, die Frühgeburten beim Überleben helfen. Müttern mit Frühgeburten werden Steroide gegeben um die Entwicklung der Lungen des Kindes zu beschleunigen und Neugeborene erhalten ebenfalls Medikamente, damit sich ihre Lungen öffnen.

Media Contact

Cavita Bolek pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.nature.com

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